Kann sich der Verlauf einer Alzheimer-Erkrankung in einem frühen Stadium mit einem speziellen Nährstoffgemisch verzögern lassen? Dieser Frage ging die europäische Studie mit dem Namen ‚LipiDiDiet’ unter der Leitung von Prof. Tobias Hartmann nach.

Die Wissenschaftler rekrutierten Alzheimer-Patienten, die sich im Anfangsstadium der Krankheit befanden, um die Wirksamkeit einer definierten Trinknahrung mit dem Namen ‚Souvenaid’ zu testen. Souvenaid wurde als diätetisches Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit im Frühstadium entwickelt und wird von Nutricia (Danone-Konzern) vermarktet. Es enthält eine definierte Nährstoffkombination aus langkettigen Omega-3-Fettsäuren, Phospholipiden, Cholin, B-Vitaminen (B6, B12 und Folsäure), Vitamin C und E, Selen und Uridinmonophosphat.

In dieser randomisierten Doppel-Blindstudie wurden die 311 Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt. Die Behandlungsgruppe erhielt täglich zum Frühstück
125 ml Souvenaid mit dem Nährstoffmix, der Kontrollgruppe verordnete man täglich die gleiche Menge eines Placebo-Mittels, das aber im Geschmack, in der Konsistenz und Farbe sowie den Kaloriengehalt betreffend identisch war. Weder Patienten, Ärzte noch Wissenschaftler wussten, wem das Placebo oder das Multinährstoffgetränk verabreicht wurde.

Der primäre Untersuchungsendpunkt der Studie war die Verlangsamung der kognitiven Verschlechterung, was mit einer neuropsychologischen Testbatterie gemessen wurde. Diese ist eine Kombination aus standardisierten kognitiven Testverfahren und erfasst neben der Veränderung der kognitiven Leistung auch die veränderte Fähigkeit zur Ausübung bestimmter exekutiven Funktionen, wie Planung, Strategie und Arbeitsgedächtnis.
Weiterhin wurden auch klinische Aspekte mit Hilfe von bildgebenden Verfahren untersucht. Somit konnten organische Veränderungen im Gehirn direkt erfasst und beurteilt werden.

Erste Zwischenergebnisse nach 24 Monaten deuteten zwar auf eine gewisse Wirksamkeit der Trinknahrung hin, die Unterschiede in der kognitiven Verschlechterung zwischen den beiden Patientengruppen waren allerdings nicht signifikant.

Im September 2020 wurden die Ergebnisse nach 36-monatiger Behandlungszeit veröffentlicht. Diese offenbarten signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen: Bei den Patienten der Testgruppe wurde eine um 22 Prozent geringere Gehirnatrophie gemessen, d.h. dass die Hirnmasse der behandelten Alzheimer-Patienten deutlich weniger geschrumpft waren als die der Vergleichsgruppe. Somit konnte der degenerative Veränderungsprozess im Gehirn durch das Nährstoffpräparat signifikant verlangsamt werden. Vor allem auch in der Gedächtnisregion des Gehirns, im sog. Hippocampus, war die Verschlechterung bei den Behandelten um 33 Prozent geringer als in der Kontrollgruppe. Dies korrelierte auch mit der kognitiven Hirnleistung: diese ließ bei den behandelten Probanden um 60 Prozent, also deutlich weniger, nach als bei nicht behandelnden Patienten.

Die Ergebnisse der Studie machten somit gleichzeitig deutlich, dass es sich bei einer derartigen Nährstoff-Supplementierung nicht um ein kurzfristig wirksames Konzept handelt. Die Effekte scheinen sich erst durch die längerfristige Behandlung zu stabilisieren, das zeigte der Vergleich nach 3 Jahren mit den Zwischenergebnissen nach 2 Jahren mehr als deutlich. Die Forscher stellten weiterhin fest, dass die positiven Wirkungen der Trinknahrung im Laufe der Behandlungszeit zunahmen und sich nicht nur auf die Gedächtnisregion konzentrierten, sondern sich auch auf andere kognitive Bereiche ausweiteten. Die Probanden konnten zum Beispiel alltägliche Herausforderungen, wie beispielsweise Rechnungen bezahlen, sich Wege merken etc., besser bewältigen als die Kontrollgruppe.

Dies bedeutet, dass eine langfristige Einnahme dieser spezifischen Multinährstoffkombination die Gehirnstrukturen teilweise schützt und den kognitiven und funktionellen Verfall bei Alzheimer im Frühstadium reduziert. Diese Nährstoffe scheinen also eine zentrale Rolle bei der Reduzierung des neurodegenerativen Prozesses bei AD zu spielen, was auf einen besonderen Ernährungsbedarf bei Alzheimer hindeutet.

Da aber davon auszugehen ist, dass die Krankheit bereits Jahrzehnte vor dem Auftreten der ersten Symptome beginnt, dies jedoch mit derzeitigen Methoden noch nicht messbar ist, wäre auch der Zeitpunkt des Therapiestarts enscheidend: je früher in diesen Prozess eingegriffen werden könne, desto besser. So wäre nicht nur die langfristige Dauer der Behandlung wichtig, sondern auch der frühe Beginn der Behandlung im Krankheitsverlauf.

Trotz intensiver Forschung gibt es leider immer noch keine Medikamente, mit der eine Alzheimer-Erkrankung geheilt werden könnte. Die verwendeten Medikamente verbessern vorübergehend die Symptome, lassen die Patienten dann aber schon nach einiger Zeit wieder in die Ausgangslage zurückfallen. Von einem nachhaltigen 3-Jahres-Nutzen einer Behandlung, wie sie in dieser Studie mit einem definierten Nährstoffgemisch erzielt wurde, wurde bei beginnender AD bislang noch nicht berichtet. Vor diesem Hintergrund wäre das langsamere Fortschreiten der Krankheit schon ein großer Erfolg und ist sicherlich ein guter Anfang.

Diese Erkenntnisse betonen wieder einmal, dass es sich bei der Alzheimer-Krankheit um eine generalisierte Stoffwechselstörung handelt, bei der monokausale Therapien allein nicht zum Erfolg führen können, sondern multifaktorielle Strategien herangezogen werden müssen. Und dass multimodale Präventionsansätze auch einer klinischen Prüfung standhalten, konnte bereits die internationale FINGER-Studie (Finnish Geriatric Intervention Study to Prevent Cognitive Impairment and Disability) eindrucksvoll belegen. Mit der ‚Souvenaid’-Studie ist sicher ein guter Anfang gemacht, da über eine nachhaltige positive Wirkung hinsichtlich Kognition, Funktion und Hirnatrophie in einer Intervention bei beginnender Alzheimer-Erkrankung bisher nicht berichtet wurde. Zukünftige Studien könnten weiter klären, ob die Wirksamkeit einer Nährstoff-Supplementierung zu einem früheren Zeitpunkt, über einen längeren Zeitraum als 3 Jahre, als Teil einer multimodalen Intervention (z.B. FINGER-Studie) oder in Kombination mit pharmazeutischen Therapien, noch weiter gesteigert werden kann.

Fazit:

Die Ergebnisse der genannten Studien unterstreichen eindrucksvoll, dass der von Kompetenz statt Demenz vorgeschlagene multifaktorielle Maßnahmenkatalog – und besonders eine bewusste, das Gehirn schützende Ernährung der Königsweg bei der Demenzprävention ist. Er bietet uns eine Vielzahl von Präventionsstrategien, mit der wir über eine konsequente Minimierung von vermeidbaren Risikofaktoren und über die Einhaltung eines gesunden Lebensstils, die neben Ernährung auch andere Faktoren wie Bewegung, Schlafqualität, soziale Kontakte etc, beinhaltet, unser individuelles Alzheimerrisiko reduzieren können. Beim Projekt ‚Kompetenz statt Demenz’ finden Sie hierzu viele weitere spannende und hilfreiche Informationen, damit Sie Ihre geistige Gesundheit möglichst ein Leben lang erhalten können!

Referenzen:

  1. Soininen H et al. (2017) 36-month LipiDiDiet multinutrient clinical trial in prodromal Alzheimer’s disease . Alzheimer’s and Dementia: 1-12 
  2. Soininen H et al. (2020) 24-month intervention with a specific mulitnutrient in people with predromal Alzheimer´s disease (LipiDiDiet): a randomised, double-blind, controlled trial. Lancet Neurol 16: 965–975 
  3. Ngandu T et al. (2015) A 2 year multidomain intervention of diet, exercise, cognitive training, and vascular risk monitoring versus control to prevent cognitive decline in at-risk elderly people (FINGER): a randomised controlled trial. Lancet 365: 2255–2263 
Read More

Mit dem Projekt Kompetenz statt Demenz stellt die Deutsche Stiftung für Gesundheitsinformation und Prävention gemeinsam mit der Akademie für menschliche Medizin ein breites Spektrum von Maßnahmen vor, die verhindern, dass sich Demenz überhaupt entwickelt. Neben zahlreichen Präventionsmaßnahmen bietet die Logopädie  einen wichtigen Therapiebaustein, die es Demenz-Patienten ermöglicht, den Kontakt zu ihrer Umwelt aufrechtzuerhalten. Dabei gilt: Besonders im Frühstadium der Erkrankung sollte man keine Zeit verlieren und die Aufnahme einer logopädischen Behandlung nicht scheuen. 

Ein Gastbeitrag der Logopädin Karen Grosstück aus Hamburg

Im Verlauf einer Demenzerkrankung kommt es bei vielen betroffenen Menschen zu Wortfindungsstörungen, häufig auch zu Problemen des Sprachverständnisses von komplexen Texten. Die Veränderung der kommunikativen Fähigkeiten erschwert den Alltag der Betroffenen und ihrer Angehörigen oft stark. Dies ist eine schwierige Situation für die Betroffenen und stellt auch das soziale Umfeld vor große Herausforderungen. Diese Schwierigkeiten in der Kommunikation können sich auf die Beziehung in der Partnerschaft und in der Familie auswirken und im Verlauf auch die Pflege und Betreuung erschweren. 

Fotograph: Gero von Kitzing

Wenn man immer häufiger nach dem richtigen Wort sucht, fragt man sich vielleicht, bin ich nur tüddelig oder ist das schon der Beginn einer Demenz?

Wortfindungsstörungen bedeuten nicht zwangsläufig den Beginn einer Demenz, jedoch gibt es schon früh auftretende, typische sprachliche Symptome und kommunikative Auffälligkeiten bei Alzheimer Demenz

Dazu gehören:

  • Betroffene schweifen im Gespräch ab, wechseln sprunghaft das Thema oder haften bevorzugt an wiederkehrenden Themen
  • Betroffene zeigen immer weniger Antrieb, Gespräche anzuregen oder sich im Alltag an Gesprächen zu beteiligen
  • Äußerungen werden zunehmend inhaltsarm
  • Wortfindungsstörungen erschweren das Formulieren eigener Gedanken
  • Sprachverständnisprobleme führen zu Missverständnissen im Alltag
  • Gesprächsinhalte werden schnell vergessen

Hier kann die Logopädie helfen. Logopädinnen und Logopäden unterstützen Menschen mit Demenz in ihrer Kommunikationsfähigkeit und beraten die Angehörigen im einfühlsamen Umgang mit verändertem Kommunikationsvermögen. 

Was machen Logopädinnen und Logopäden? 

Die Logopädie beschäftigt sich mit Störungen der Sprache, des Sprechens, der Stimme und des Schluckens bei Kindern und Erwachsenen. Logopädinnen und Logopäden stellen fest, ob eine solche Störung vorliegt und wissen, wie diese zu behandeln ist. Nach einer Diagnostik erfolgt die Behandlung und Beratung mit dem Ziel der Verbesserung der Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckqualität. Eine logopädische Therapie ist ein medizinisches Heilmittel und kann ambulant nach Verordnung durch den behandelnden Arzt oder im Rahmen eines stationären Aufenthaltes durchgeführt werden. 

Was genau kann die Logopädie insbesondere für Menschen mit Demenz tun?

Bei Vorliegen einer Demenz kann die logopädische Therapie sowohl den Bereich der Sprache, als auch den Bereich des Schluckens umfassen. Die logopädischen Angebote sollten demnach die Kommunikations- und Ernährungssituation unter veränderten Bedingungen bestmöglichst aufrechterhalten. Die Behandlung orientiert sich immer am Alltag des Betroffenen und berücksichtigt sein bisheriges Leben sowie seinen aktuellen Lebenskontext. Bereits zu Beginn der Erkrankung können eine logopädische Beratung und Präventionsangebote dazu beitragen, Kommunikationsstörungen vorzubeugen. 

Voraussetzung für den Kontakt mit einem Menschen mit Demenz ist der ausschließlich ressourcenorientierte Blick. Da Lernen im klassischen Sinn nicht mehr stattfinden kann, gilt es, mögliche Ressourcen zu entdecken und dem Betroffenen zu spiegeln, um die Fähigkeiten dann zu stützen und möglichst lange  zu erhalten. Die wichtigste Ressource ist hier oft die nonverbale Kommunikation. Kommunikative Fähigkeiten wie Mimik, Gestik und Sprachmelodie können bei Alzheimer-Demenz lange Zeit stabil bleiben. So gilt im Gespräch der wichtige Grundsatz: Es ist wichtiger, wie etwas gesagt wird und weniger wichtig, was gesagt wird. Grundsätze wie „Der Ton macht die Musik“ und „Beziehung vor Inhalt“ prägen die Kommunikation mit einem Menschen mit fortgeschrittener Demenz.

Was sind die Ziele in der Sprachtherapie bei Demenz?

  1. Der Erhalt einer möglichst hohen kommunikativen Selbstständigkeit der Betroffenen
  2. Die Teilhabe der Patienten am sozialen Leben
  3. Die bestmögliche Lebensqualität des Betroffenen sowie Entlastung, Unterstützung und Beratung der Angehörigen

Je früher ein Mensch mit Demenz und sprachlichen Problemen die Möglichkeit hat, diese in einer logopädischen Therapie zu äußern und daran zu arbeiten, umso mehr kann er für die Zukunft davon profitieren. Gerade zu einem frühen Zeitpunkt der Erkrankung versuchen viele Betroffene, die sprachlichen Defizite zu verbergen, Wortfindungsstörungen zu verstecken und geraten so in zusätzliche Stresssituationen. Hier hilft es, die Probleme in einem geschützten Rahmen mit einer Logopädin besprechen zu können. Vielen Betroffenen ist es wichtig, zu diesem frühen Zeitpunkt der Erkrankung ihre Gedanken oder ihre Biographie schriftlich festzuhalten. Mit Hilfe der Logopädie ist dies möglich: sie arbeitet mit den emotionalen Fähigkeiten und den kognitiven Reserven eines Menschen und nutzt die neuronale Plastizität des Gehirns, was auch bei einer Demenz noch möglich ist. 

Wo finden Sie mehr Informationen und Hilfe?

Die Vorteile einer frühen logopädischen Behandlung für Menschen mit Demenz sind bisher leider nur Wenigen bekannt. Oft kommen Patienten erst zu spät in die Logopädie und können nicht mehr von der sprach-aktivierenden Behandlung profitieren. Daher ist es uns ein wichtiges Anliegen, im Zuge des Projektes Kompetenz statt Demenz auf diese weitgehend unbekannte, aber äußerst effektive therapeutische Möglichkeit hinzuweisen. Welche Themen in der Sprachtherapie bearbeitet werden, mit welchen Methoden in der Logopädie gearbeitet wird, wie das Schlucken unterstützt werden kann und vieles mehr erfahren Sie überdies in der Broschüre Logopädie und Demenz vom Arbeitskreis Logopädie Demenz Hamburg in Zusammenarbeit mit der Alzheimer Gesellschaft/ Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein. 

Aktuelle Adressen von Logopädischen Praxen in ihrer Nähe mit Schwerpunkt Demenzbehandlung finden Sie unter https://www.dbl-ev.de/service/logopaedensuche/ wie auch auf unserer Webseite unter Kompetenz statt Demenz

Zur Autorin:

Karen Grosstück arbeitet als Logopädin mit dem Schwerpunkt im Bereich der neurologischen Sprach- und Sprechtherapie. Sie betreibt eine Privatpraxis für Logopädie und Ernährung in Hamburg. Weitere Informationen finden Sie hier.

Read More


Dass unsere Gesundheit bereits im Darm beginnt, ist schon seit Jahrtausenden bekannt. Heute wissen wir, dass unser Darm mehr als nur ein „Verdauungsrohr“ ist, da dieses wichtige Organ eine Vielzahl weiterer Funktionen erfüllt. So steht eine Störung der Darmgesundheit auch in direktem Zusammenhang mit der Entstehung chronischer Erkrankungen. 

Dabei spielt vor allem die Darmflora, also die mikrobielle Besiedelung der Darmschleimhaut, eine wesentliche Rolle. Die Darmflora wird in der Fachsprache auch als “Darmmikrobiota” bezeichnet. Sie bildet den wichtigsten Teil unseres Immunsystems und bietet uns somit einen effektiven Infektionsschutz. 

Aber was die Wenigsten wissen: eine richtig zusammengesetzte Darmflora ist auch essentiell für unsere Hirn-Gesundheit, da sie über die Darm-Hirn-Achse in direkter Verbindung zu unserem Nervensystem steht. Befindet sich die Darmflora im Ungleichgewicht, kann dies verheerende Folgen für das Nervengewebe haben und im schlimmsten Fall bis hin zur Neurodegeneration und Demenz führen. 

So deuten immer mehr Studien darauf hin, dass die Darmmikrobiota das Gehirn und das Verhalten von Patienten beeinflussen kann. Veränderungen in ihrer Zusammensetzung, die beispielsweise durch Ernährungsumstellungen, Antibiotika-Exposition oder Infektionen verursacht werden, können zum Verlust des physiologischen Gleichgewichts führen, was mit der Entwicklung verschiedener Krankheiten beim Menschen, darunter auch die Alzheimer-Krankheit, in Verbindung gebracht wird. Jüngste Erkenntnisse deuten auf einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Veränderungen in der Zusammensetzung der Darmmikrobiota und entzündlichen Veränderungen im Hirngewebe hin. Demnach können die Mikroorganismen im Darm die Botenstoffe des Nervensystems beeinflussen, was die Kommunikation von Darm zu Gehirn beeinträchtigen und/oder die Gehirnfunktion verändern kann.

Viele Studien an Tiermodellen haben stichhaltige Beweise für die Bedeutung der Mikrobiota in der Pathologie der Alzheimer-Krankheit erbracht. Interessante Ergebnisse wurden beispielsweise mit Mäusen erzielt, die ohne mikrobielle Besiedelung des Darmes aufgezogen wurden und somit keine Darmmikrobiota aufweisen. Diese “keimfreien” Mäuse wiesen im Vergleich zu Mäusen mit normaler Darmflora eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke (BHS) auf. Dies bedeutet wiederum, dass Krankheitserregern und anderen schädlichen Substanzen, vor denen das Gehirn mit intakter BHS normalerweise geschützt ist, nun der Weg ins Gehirngewebe geöffnet ist. Dies kann zu einer entzündlichen Reaktion im Zentralnervensystem, einer sogenannten Neuroinflammation, führen, was direkt mit der Entstehung der Alzheimer-Krankheit in Zusammenhang gebracht wird (siehe Kapitel Ursachen für weitere Informationen).

Solche im Tiermodell erhaltenen Ergebnisse konnten mittlerweile auch in klinischen Studien bestätigt werden:  So wurde die Darmmikrobiota älterer Menschen, die an kognitiven Störungen leiden, untersucht, und es konnte ein Zusammenhang zwischen Plaques-Ablagerungen im Gehirn, dem Auftreten von pro-entzündlichen Darmbakterien und anderen Entzündungsmarkern, gezeigt werden.

Zusammengefasst liefern alle diese Ergebnisse klare Hinweise darauf, dass die Zusammensetzung des Darmmikrobiota bei der Entwicklung der Alzheimer-Krankheit und anderer demenzieller Erkrankungen ein entscheidender Faktor ist. 

Aber die gute Nachricht ist, dass unsere Darmflora ein dynamisch modifizierbares System darstellt, das sehr empfindlich auf Lebensstil und Alterung reagiert. Mit diesem Wissen können wir mit einem gesunden Lebensstil unsere Darmmikrobiota positiv beeinflussen und praktische Empfehlungen vor allem für die Prävention aber auch die Behandlung der Demenz entwickeln.


Sind Sie neugierig geworden, möchten Sie noch mehr zu diesem Thema erfahren und verstehen, was Sie selbst konkret vorbeugend tun können? 

Dann laden Sie doch unser Faktenblatt über Demenz und Darmgesundheit kostenlos herunter.

Ihr

KsD-Team

Quellen:

  1. Vogt NM, Kerby RL, Dill-McFarland KA, et al. Gut microbiome alterations in Alzheimer’s disease. Sci Rep. 2017;7(1):13537.
  2. Harach T, Marungruang N, et al.  Reduction of Abeta amyloid pathology in APPPS1 transgenic mice in the absence of gut microbiota. Sci Rep. 2017 Feb 8;7:41802. 
  3. Kowalski K, Mulak A. Brain-Gut-Microbiota Axis in Alzheimer’s Disease. J Neurogastroenterol Motil. 2019;25(1):48‐60. 
Read More

Leider erkranken weltweit jährlich immer mehr Menschen an der Alzheimer-Krankheit oder anderen Formen der Demenz. Im Jahr 2016 waren es bereits knapp 2,0 Millionen Betroffene in Deutschland, 10 Millionen in Europa und 35,5 Millionen weltweit. Bedauerlicherweise ist die Tendenz steigend, so lautet die Prognose bis 2050 weltweit 115 Millionen Erkrankungsfälle.

Die Angst vor der Alzheimer-Demenz ist groß, denn bisher galt diese Erkrankung als unheilbar. Es gibt es bis heute kein wirksames Medikament, obwohl die Pharmaindustrie seit langer Zeit mit Hochdruck daran arbeitet. Der Grund hierfür liegt in der Natur der Krankheitsentstehung: man weiß mittlerweile, dass die Demenz eine generalisierte Stoffwechselerkrankung des Körpers ist, die sich im Zentralnervensystem, nämlich in unserem Gehirn, manifestiert. 

Die gute Nachricht aber ist, dass der US-Neurologe Dr. Dale Bredesen  – nach über 30 Jahren intensiver Forschung – gezeigt hat, dass es möglich ist, Alzheimer-Demenz vorzubeugen und zu heilen, zumindest solange keine zu weit fortgeschrittene Schädigung bestimmter Nervenzellen des Gehirns eingetreten ist. Laut seinen Forschungsergebnissen liegen die Ursachen der Krankheit nicht nur in den Genen, sondern auch unser Lebensstil ist maßgeblich: Unerkannte Infektionen und chronische Entzündungen, dauerhafte ungesunde Ernährung bzw. Mangelernährung wie auch die Exposition gegenüber bestimmten Giftstoffen sind wesentliche Faktoren, die die Krankheit auslösen und auch beschleunigen können.

Somit würden demenzielle Erkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit nicht länger ein unlösbares Schicksal bedeuten, da die Krankheit durch Änderungen und Anpassungen des Lebensstils reversibel ist. Daher ist es auch möglich, sich präventiv vor der Demenz zu schützen. Mehr noch:  Es konnte an vielen Demenz-Patienten gezeigt werden, dass die Krankheit aufgehalten werden kann oder der Krankheitsverlauf gar umkehrbar ist, selbst wenn man sich in einem leicht fortgeschrittenen Stadium befindet. 

Da diese große Chance unbedingt genutzt werden muss, möchte das Projekt ‚Kompetenz statt Demenz’ Ihnen deshalb die Möglichkeit geben, geeignete Ansprechpartner im präventiven und therapeutischen Bereich zu finden. Auf den folgenden Seiten haben wir daher begonnen, Ärzte/innen, Therapeuten/innen und Coaches aufzulisten, die im Bereich der Demenzprävention bzw. Demenztherapie praktizieren. Alle genannten Therapeuten arbeiten ganzheitlich und individuell am Patienten mit Grundsäulen in der Ernährungstherapie, Bewegungstherapie und anderen ganzheitlichen Therapieformen.  Aber auch die Identifizierung und Reduktion von Schadstoffen und mikrobiellen Belastungen ist Teil des präventiven wie auch therapeutischen Ansatzes, worauf beispielsweise auch die biologische Zahnmedizin Wert legt. Bitte beachten Sie aber, dass die therapeutischen Ansätze durchaus unterschiedlich sein können und wir diese an dieser Stelle nicht im Einzelnen bewerten können.

Neben der geeigneten Therapie ist es überaus wichtig, den Demenzpatienten auch im Alltag angemessen zu begegnen, was Angehörige sicher an ihre Grenzen bringen kann. Deshalb ist es uns ein besonderes Anliegen, an dieser Stelle auch auf Projekte und Initiativen hinzuweisen, die Demenz-Patienten und Angehörigen insbesondere Hilfe und Unterstützung, Erfahrungsaustausch, spezielle Programme, aber auch mögliche Anlauf- und Beratungsstellen vor Ort bieten. Der Anfang ist hier nun mit den ‘Singenden Krankenhäusern’ gemacht, aber wir sind sicher, dass in naher Zukunft weitere Projekte folgen werden!

Schauen Sie einfach bei uns rein unter „Links und Unterstützung“

Wir hoffen, dass wir Ihnen helfen können!

Read More

Man geht zum Arzt – meist zum Neurologen – fragt nach natürlichen oder lebensstil-orientierten Behandlungsmethoden bei demenziellen Erkrankungen – und schaut oftmals in leere Augen, schlimmstenfalls in eine aggressiv gerunzelte Stirn “Kommen Sie mir bloß nicht mit so etwas, alles gefährlicher Humbug, es gibt nur einige pharmakologische Ansätze, die etwas helfen können!”. 

Sie werden in Ihrer Reise bei der selbstverantwortlichen Prävention und Behandlung von kognitiven Einschränkungen und Demenz des öfteren, wahrscheinlich sogar häufig, auf diese unbeschreibliche Borniertheit und Ignoranz bei vielen Ärzten treffen, die Lebensstil-bedingte Ursachen und Risikofaktoren verleugnen, und einen Behandlungsansatz durch Änderungen des Lebensstils, insbesondere bei der Versorgung mit lebenswichtigen Ressourcen sowie bei der Reduktion von Schadstoffen, als eine Geschichte aus dem „Reich der Fantasie“ verunglimpfen. Hoffentlich haben Sie es persönlich noch nicht erlebt. 

Wie geht man damit um? Man versucht sich breiter zu informieren, zum Beispiel über die Webseiten von Kompetenz statt Demenz, aber kann natürlich immer noch sagen, man kann ja viel behaupten, wo sind denn die Beweise?

Mikroskop

Aus diesem Grund haben wir auf der Seite “Alzheimer Forschung” eine Auswahl von aktuellen Studien und Reviews kategorisiert und zusammen mit den von den Autoren getroffenen Schlußfolgerungen chronologisch aufgelistet. Die dort aufgeführten Studien zeigen eindeutig, dass man über gezielte Interventionen, sei es mit Mikronährstoffen, Sport und Bewegung, Schlafhygiene oder mentalen Maßnahmen sehr wohl verloren gedachte kognitive Fähigkeiten wiedererlangen kann. Sie liefern Ihnen damit eine wichtige Argumentationshilfe bei Ihrem schwierigen Weg durch die schulmedizinische Engstirnigkeit und Ratlosigkeit. Die Studien sind dabei nach Kategorien sortiert und jüngste Studien werden zuerst aufgeführt. 

Interventionsstudien – gerne auch doppelblind-placebokontrolliert – sind dabei die Interessantesten, da sie die Effekte einer Behandlung direkt bewerten. Allerdings muss es nicht immer eine doppelblind-placebokontrollierte Studie sein, denn auch ohne Verblindung werden Effekte sichtbar und manche Interventionen können die Autoren ohnehin nicht verblinden (z.B. im Bewegungsbereich oder bei mentalen Interventionen). Metaanalysen sind insofern interessant, als dass sie mehrere oder sogar viele Einzelanalysen “poolen”. Allerdings ist das “Poolen” mehrerer Studien schwierig und kann statistische Fehler aufweisen und auch die Auswahl der Studien kann einen sogenannten “Bias” (systematischen Fehler) aufweisen. Ein positives Resultat einer Metastudie gibt aber zumindest zusätzliche Sicherheit. 

Reviews sind ebenfalls sehr hilfreich, da sie ein Themengebiet aus einer übergreifenden Sicht betrachten und zusammenfassend darstellen.

Wenn Sie also an einem kurzen Überblick über den Hintergrund verschiedener Behandlungsansätze und der Wissenschaft dahinter interessiert sind, gehen Sie einfach auf diese Seite: Alzheimer Forschung

Sie finden dort auch die direkten Links zu den Studien auf Pubmed, und manche sind auch in der Vollversion frei verfügbar. Wenn Sie das Ganze zum Mitnehmen ausdrucken wollen, genügt ein Klick auf die rechte Maustaste und “Drucken” und Sie erhalten die Seite in einem recht übersichtlichen Druckformat.

Ein abschließender Hinweis: Wissenschaft macht nie absolute Aussagen “ex cathedra” sondern gibt den Stand der aktuellen Forschung wieder. Studien können fehlerhaft oder gefärbt sein und werden womöglich durch neue Erkenntnisse inhaltlich überholt. Von daher ist es wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben und wir bei “Kompetenz statt Demenz” verfolgen die relevanten Themengebiete kontinuierlich weiter. Von daher finden Sie die aktuellsten Studien immer an erster Stelle und einige können auch im Lauf der Zeit wieder aus der Liste verschwinden, aber genau das ist das Zeichen der Weiterentwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Fazit: Lassen Sie sich nicht auf dem Weg der eigenverantwortlichen Behandlung und Prävention der Demenz beirren und machen sich selbst soweit wie möglich ein Bild! Nutzen Sie belastbare Informationen, um Ihre Entscheidung bei jeder Art der Behandlung zu untermauern und sich nicht verunsichern zu lassen. Wir von Kompetenz statt Demenz hoffen dabei unseren Beitrag zu leisten!

PS: Und wenn Ihnen einmal eine wichtige Studie auffällt, senden Sie uns gerne einen Link zu!

Photo by Michael Longmire on Unsplash

Read More

Lithium ist bereits als Behandlungsmöglichkeit der bipolaren Störung bekannt. Allerdings ist in der Therapie mit Lithium die richtige Dosierung problematisch, da wirksame Dosen in manchen Fällen bereits negative Nebenwirkungen verursachen können. 

In einer aktuellen Studie wurde eine sehr geringe Dosis dieses Elements, eine sogenannte Mikrodosis, untersucht, um das Fortschreiten der Alzheimer-Erkrankung zu verhindern und zu verlangsamen: Anhand von Tiermodellen schlagen Wissenschaftler der McGill-Universität in Kanada vor, dass eine neuartige Mikrodosis-Formulierung von Lithium nicht nur das Fortschreiten der Alzheimer-Erkrankung verlangsamen, sondern auch die Kognition in den frühen Stadien des Rückgangs verbessern könnte. Sie testeten dazu einen therapeutischen Wirkstoff namens NP03, eine verkapselte Lithiumformulierung zur oralen Einnahme, die den Abbau durch Säuren im Magen-Darm-Trakt umgehen kann, was zu einer hohen Aufnahme des Wirkstoffes im zentralen Nervensystem führt. Dies bedeutet, dass im Vergleich zur konventionellen Lithiumtherapie deutlich geringere Dosen verabreicht werden können und dennoch eine ausreichende Menge des Wirkstoffes im Zielgewebe ankommt.

Die erste Studie wurde 2017 veröffentlicht und belegte die Wirksamkeit der neuen Lithium-Mikroformulierung in den frühen oder präklinischen Stadien der Alzheimer-Erkrankung, indem sie die Amyloid beta-Ablagerung hemmt und die Neurogenese des Hippocampus wiederherstellt. Mikrodosen von Lithium, die hundertfach niedriger waren als diejenigen in der Klinik für Stimmungsstörungen, wurden in einem Tiermodell für Alzheimer eingesetzt, welches die frühen Stadien der Amyloid-Pathologie abbildet. Die bemerkenswert positiven Ergebnisse dieser Studie haben die Forscher dazu angeregt, die Arbeit fortzusetzen und die Wirksamkeit der neuen Formulierung in einem weiter fortgeschrittenen Stadium der Alzheimer-Krankheit zu testen.

In dieser nachfolgenden Studie wurden die Auswirkungen der Mikrodosis Lithium (NP03) in einem Alzheimer-Tiermodell untersucht, in dem sich Amyloid-Protein-Plaques bereits abgelagert haben und symptomatische Anzeichen eines kognitiven Rückgangs vorliegen. Auch die Ergebnisse dieser Studie zeigten eindrucksvoll, dass NP03 die Werte der Amyloid-Plaques reduzierte, Gedächtnisdefizite umkehrte und die entzündlichen Marker in den Neuronen senkte.

Diese Befunde untermauern eine mögliche Schutzwirkung von anhaltenden Lithium-Mikrodosen auf das Gehirn und geben Hoffnung für die Behandlung von Alzheimer beim Menschen. Es ist jedoch wichtig, darauf hinzuweisen, dass Wirkungen dieser speziellen Mikrodosis-Formulierung von Lithium bislang nur im Tiermodell nachgewiesen wurden und die Untersuchungen am Alzheimer-Patienten noch ausstehen, so dass noch viel Arbeit erforderlich ist, bevor sie in der klinischen Behandlung eingesetzt werden kann.

Read More

Lanabecestat ist ein wirkungsvoller Inhibitor der Bildung von Amyloid-Beta (Aβ) Bildung, der Hauptkomponente der Alzheimer-typischen Amyloid-Plaques. Aβ wird durch die Spaltung des Amyloidvorläuferproteins (APP) durch Proteasen, die als β- und γ-Sekretasen bezeichnet werden, gebildet. Die β-Sekretase (auch Beta-Site-APP-Cleaving-Enzyme 1, BACE1 genannt) spaltet APP an der β-Sekretase-Stelle, danach wird APP von der γ-Sekretase gespalten, was zur Bildung der Aβ-Peptide führt. Lanabecestat hemmt die Aktivität von BACE1 und konnte die Werte von Aβ1-40 und Aβ1-42 im Gehirn, in der Liquorflüssigkeit (Liquor) und im Plasma in mehreren Tiermodellen sowie auch die Liquor- und Plasmabilanz dieser Peptide beim Menschen reduzieren. Außerdem ist Lanabecestat in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, was bedeutet, dass eine ausreichende Menge dieser Substanz nach der oralen Einnahme das Gehirn erreichen kann.

Unter Berücksichtigung dieser Fakten wurden zwei klinische Studien konzipiert, um zu testen, ob die orale Verabreichung von Lanabecestat bei zwei verschiedenen Patientengruppen wirksam ist: Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (die AMARANTH-Studie) und Patienten mit leichter Alzheimer-Demenz (die DAYBREAK-ALZ-Studie). Die Hauptfrage in beiden Studien war: Kann Lanabecestat das Fortschreiten der kognitiven Verschlechterung verlangsamen?

Leider mussten beide Studien früher abgebrochen werden, da in den Gruppen, die Lanabecestat  einnahmen, keine Vorteile gegenüber der Gruppe, die lediglich Placebo bekam, gefunden wurden. Es zeigten sich nur unerwünschte Nebenwirkungen!


Fazit:

In zwei neuen, randomisierten klinischen Studien verlangsamte Lanabecestat (ein starker Aβ-Hemmer) den kognitiven oder funktionellen Rückgang von AD im Vergleich zu Placebo nicht. Eine weitere Hoffnung auf Behandlung ist gescheitert. Es erscheint unwahrscheinlich, dass die derzeitigen BACE-Hemmer eine wirksame krankheitsmodifizierende Behandlung der symptomatischen AD sein werden, aber es sind noch weitere Studien erforderlich, um festzustellen, ob eine Verringerung der Produktion von Aβ in früheren Stadien des Krankheitskontinuums oder in anderen Hochrisikopopulationen einen sinnvollen klinischen Nutzen bringen kann. 

VORBEUGUNG ist immer noch die beste Lösung!

Read More

Diese anschauliche Dokumentation im arte-Kanal zeigt sehr deutlich die Zusammenhänge zwischen einer einseitigen Ernährung, den daraus resultierenden Mikronährstoffmängeln und den Auswirkungen auf das Gehirn. In verschiedensten Experimenten wurde u.a. nachgewiesen, dass Mäuse, die unter einem Mangel an Omega 3-Fettsäuren aufwachsen, Defizite in der Ausbildung ihrer Neuronen haben und deutlich ängstlicher wirken.

Ein besonders krasses Beispiel wurde bei Feldhamstern sichtbar. Hier reicht ein simpler Vitamin B3-Mangel aus, um bei über 80% der Weibchen aggressives Verhalten während der Paarung auszulösen. Im weiteren Verlauf des Experiments fraßen diese Weibchen ihre Jungen direkt nach der Geburt  sogar auf. Nach Behebung des Vitamin B3-Mangels zeigten die Weibchen wieder ihr normales Verhalten, trotz weiterer einseitiger Ernährung (dadurch konnte der Faktor Vitamin B3 als Auslöser eindeutig identifiziert werden).

Beim Menschen konnte in Langzeitbeobachtungen und Studien ähnliches verzeichnet werden. Schon während der Schwangerschaft  entscheidet die Ernährung der Mutter über die Gehirnentwicklung und die emotionale Entwicklung des Fötus und Neugeborenen.

Mütter, die “Junk food” mit wenig Omega 3-Fetten und hohem Zuckergehalt essen, gebären aggressivere Kinder. Wird diese Ernährungsform im Kindesalter fortgeführt, sind aggressives Grundverhalten, Ängste und Aufmerksamkeitsstörungen vorprogrammiert. Bei einem Mangel an Omega 3-Fettsäuren ist die Funktion des Gehirns gestört, die Kommunikation der Neuronen und die Neurogenese ist gehemmt.

Der zweite Kardinalfehler der westlichen Ernährung ist die Überflutung der industriell hergestellten Nahrung mit billigen, raffinierten Zuckern. Versuchsreihen haben gezeigt, dass diese unbemerkte Zuckervergiftung möglicherweise zu einer höheren Abhängigkeit als Kokain führt. Die Folge sind Insulinresistenz, Diabetes und dementielle Erkrankungen.

Natürlich wirkt sich diese Form der einseitigen Ernährung auch auf den Darm bzw. die Mikrobiota (und deren genetische Vielfalt, das Mikrobiom) aus, welche maßgeblichen Einfluß auf die Gesundheit unseres Körpers und der Psyche haben. 

In konkreten Beispielen wird gezeigt, dass die Nährstoffzusammensetzung des Essens eindeutig die Entscheidung von Probanden in Bezug auf die Lösung bestimmter  Probleme in die eine oder andere Richtung beeinflusst. Aber hier soll nicht zu viel verraten werden, sehen Sie selbst:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Fazit:

In Bezug auf die Gehirngesundheit ist also die Ernährung ein wichtiger Baustein der Prävention –  insbesondere auch in Bezug auf demenzielle Erkrankungen. Eine Orientierung an der Mediterranen Diät oder noch besser der MIND-Diät hilft also dabei, dass wir unsere Enkel auch in Zukunft noch erkennen werden und aktiv am Leben teilhaben können. Lassen Sie den “industriellen Mist” einfach im Regal stehen, auch wenn es manchmal schwerfällt.

Read More

Trotz des erheblichen Problems im Gesundheitswesen, die die Erkrankung aufwirft, sind nur fünf medizinische Behandlungen für die Alzheimer-Krankheit (AD) zugelassen, die eher dazu dienen, Symptome zu kontrollieren als den Verlauf der Krankheit zu verändern. Durch das Verständnis der sich überschneidenden Mechanismen der AD-Pathologie ist es möglich, eine Vorstellung von der Komplexität dieses Problems zu bekommen. Die derzeit verfügbaren Behandlungen haben frustrierende Ergebnisse und einige schwere Nebenwirkungen gezeigt, die ein häufiges Problem bei älteren Menschen weiter verschlimmern können: die Polypharmazie – viele Medikamente werden verschrieben, eines zur Heilung der durch das andere verursachten Nebenwirkungen. Während einige potenzielle zukünftige Medikamente getestet werden, die meisten von ihnen zielen direkt auf Amyloid- oder Tau-Protein, ist es klar, dass Prävention derzeit der sicherste und effektivste Weg ist, AD zu bekämpfen.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie auf dieser Seite bei KsD…

Read More
SPENDEN

Unterstützen Sie uns jetzt!