Man geht zum Arzt – meist zum Neurologen – fragt nach natürlichen oder lebensstil-orientierten Behandlungsmethoden bei demenziellen Erkrankungen – und schaut oftmals in leere Augen, schlimmstenfalls in eine aggressiv gerunzelte Stirn “Kommen Sie mir bloß nicht mit so etwas, alles gefährlicher Humbug, es gibt nur einige pharmakologische Ansätze, die etwas helfen können!”. 

Sie werden in Ihrer Reise bei der selbstverantwortlichen Prävention und Behandlung von kognitiven Einschränkungen und Demenz des öfteren, wahrscheinlich sogar häufig, auf diese unbeschreibliche Borniertheit und Ignoranz bei vielen Ärzten treffen, die Lebensstil-bedingte Ursachen und Risikofaktoren verleugnen, und einen Behandlungsansatz durch Änderungen des Lebensstils, insbesondere bei der Versorgung mit lebenswichtigen Ressourcen sowie bei der Reduktion von Schadstoffen, als eine Geschichte aus dem „Reich der Fantasie“ verunglimpfen. Hoffentlich haben Sie es persönlich noch nicht erlebt. 

Wie geht man damit um? Man versucht sich breiter zu informieren, zum Beispiel über die Webseiten von Kompetenz statt Demenz, aber kann natürlich immer noch sagen, man kann ja viel behaupten, wo sind denn die Beweise?

Mikroskop

Aus diesem Grund haben wir auf der Seite “Alzheimer Forschung” eine Auswahl von aktuellen Studien und Reviews kategorisiert und zusammen mit den von den Autoren getroffenen Schlußfolgerungen chronologisch aufgelistet. Die dort aufgeführten Studien zeigen eindeutig, dass man über gezielte Interventionen, sei es mit Mikronährstoffen, Sport und Bewegung, Schlafhygiene oder mentalen Maßnahmen sehr wohl verloren gedachte kognitive Fähigkeiten wiedererlangen kann. Sie liefern Ihnen damit eine wichtige Argumentationshilfe bei Ihrem schwierigen Weg durch die schulmedizinische Engstirnigkeit und Ratlosigkeit. Die Studien sind dabei nach Kategorien sortiert und jüngste Studien werden zuerst aufgeführt. 

Interventionsstudien – gerne auch doppelblind-placebokontrolliert – sind dabei die Interessantesten, da sie die Effekte einer Behandlung direkt bewerten. Allerdings muss es nicht immer eine doppelblind-placebokontrollierte Studie sein, denn auch ohne Verblindung werden Effekte sichtbar und manche Interventionen können die Autoren ohnehin nicht verblinden (z.B. im Bewegungsbereich oder bei mentalen Interventionen). Metaanalysen sind insofern interessant, als dass sie mehrere oder sogar viele Einzelanalysen “poolen”. Allerdings ist das “Poolen” mehrerer Studien schwierig und kann statistische Fehler aufweisen und auch die Auswahl der Studien kann einen sogenannten “Bias” (systematischen Fehler) aufweisen. Ein positives Resultat einer Metastudie gibt aber zumindest zusätzliche Sicherheit. 

Reviews sind ebenfalls sehr hilfreich, da sie ein Themengebiet aus einer übergreifenden Sicht betrachten und zusammenfassend darstellen.

Wenn Sie also an einem kurzen Überblick über den Hintergrund verschiedener Behandlungsansätze und der Wissenschaft dahinter interessiert sind, gehen Sie einfach auf diese Seite: Alzheimer Forschung

Sie finden dort auch die direkten Links zu den Studien auf Pubmed, und manche sind auch in der Vollversion frei verfügbar. Wenn Sie das Ganze zum Mitnehmen ausdrucken wollen, genügt ein Klick auf die rechte Maustaste und “Drucken” und Sie erhalten die Seite in einem recht übersichtlichen Druckformat.

Ein abschließender Hinweis: Wissenschaft macht nie absolute Aussagen “ex cathedra” sondern gibt den Stand der aktuellen Forschung wieder. Studien können fehlerhaft oder gefärbt sein und werden womöglich durch neue Erkenntnisse inhaltlich überholt. Von daher ist es wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben und wir bei “Kompetenz statt Demenz” verfolgen die relevanten Themengebiete kontinuierlich weiter. Von daher finden Sie die aktuellsten Studien immer an erster Stelle und einige können auch im Lauf der Zeit wieder aus der Liste verschwinden, aber genau das ist das Zeichen der Weiterentwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Fazit: Lassen Sie sich nicht auf dem Weg der eigenverantwortlichen Behandlung und Prävention der Demenz beirren und machen sich selbst soweit wie möglich ein Bild! Nutzen Sie belastbare Informationen, um Ihre Entscheidung bei jeder Art der Behandlung zu untermauern und sich nicht verunsichern zu lassen. Wir von Kompetenz statt Demenz hoffen dabei unseren Beitrag zu leisten!

PS: Und wenn Ihnen einmal eine wichtige Studie auffällt, senden Sie uns gerne einen Link zu!

Photo by Michael Longmire on Unsplash

Read More

Lithium ist bereits als Behandlungsmöglichkeit der bipolaren Störung bekannt. Allerdings ist in der Therapie mit Lithium die richtige Dosierung problematisch, da wirksame Dosen in manchen Fällen bereits negative Nebenwirkungen verursachen können. 

In einer aktuellen Studie wurde eine sehr geringe Dosis dieses Elements, eine sogenannte Mikrodosis, untersucht, um das Fortschreiten der Alzheimer-Erkrankung zu verhindern und zu verlangsamen: Anhand von Tiermodellen schlagen Wissenschaftler der McGill-Universität in Kanada vor, dass eine neuartige Mikrodosis-Formulierung von Lithium nicht nur das Fortschreiten der Alzheimer-Erkrankung verlangsamen, sondern auch die Kognition in den frühen Stadien des Rückgangs verbessern könnte. Sie testeten dazu einen therapeutischen Wirkstoff namens NP03, eine verkapselte Lithiumformulierung zur oralen Einnahme, die den Abbau durch Säuren im Magen-Darm-Trakt umgehen kann, was zu einer hohen Aufnahme des Wirkstoffes im zentralen Nervensystem führt. Dies bedeutet, dass im Vergleich zur konventionellen Lithiumtherapie deutlich geringere Dosen verabreicht werden können und dennoch eine ausreichende Menge des Wirkstoffes im Zielgewebe ankommt.

Die erste Studie wurde 2017 veröffentlicht und belegte die Wirksamkeit der neuen Lithium-Mikroformulierung in den frühen oder präklinischen Stadien der Alzheimer-Erkrankung, indem sie die Amyloid beta-Ablagerung hemmt und die Neurogenese des Hippocampus wiederherstellt. Mikrodosen von Lithium, die hundertfach niedriger waren als diejenigen in der Klinik für Stimmungsstörungen, wurden in einem Tiermodell für Alzheimer eingesetzt, welches die frühen Stadien der Amyloid-Pathologie abbildet. Die bemerkenswert positiven Ergebnisse dieser Studie haben die Forscher dazu angeregt, die Arbeit fortzusetzen und die Wirksamkeit der neuen Formulierung in einem weiter fortgeschrittenen Stadium der Alzheimer-Krankheit zu testen.

In dieser nachfolgenden Studie wurden die Auswirkungen der Mikrodosis Lithium (NP03) in einem Alzheimer-Tiermodell untersucht, in dem sich Amyloid-Protein-Plaques bereits abgelagert haben und symptomatische Anzeichen eines kognitiven Rückgangs vorliegen. Auch die Ergebnisse dieser Studie zeigten eindrucksvoll, dass NP03 die Werte der Amyloid-Plaques reduzierte, Gedächtnisdefizite umkehrte und die entzündlichen Marker in den Neuronen senkte.

Diese Befunde untermauern eine mögliche Schutzwirkung von anhaltenden Lithium-Mikrodosen auf das Gehirn und geben Hoffnung für die Behandlung von Alzheimer beim Menschen. Es ist jedoch wichtig, darauf hinzuweisen, dass Wirkungen dieser speziellen Mikrodosis-Formulierung von Lithium bislang nur im Tiermodell nachgewiesen wurden und die Untersuchungen am Alzheimer-Patienten noch ausstehen, so dass noch viel Arbeit erforderlich ist, bevor sie in der klinischen Behandlung eingesetzt werden kann.

Read More

Lanabecestat ist ein wirkungsvoller Inhibitor der Bildung von Amyloid-Beta (Aβ) Bildung, der Hauptkomponente der Alzheimer-typischen Amyloid-Plaques. Aβ wird durch die Spaltung des Amyloidvorläuferproteins (APP) durch Proteasen, die als β- und γ-Sekretasen bezeichnet werden, gebildet. Die β-Sekretase (auch Beta-Site-APP-Cleaving-Enzyme 1, BACE1 genannt) spaltet APP an der β-Sekretase-Stelle, danach wird APP von der γ-Sekretase gespalten, was zur Bildung der Aβ-Peptide führt. Lanabecestat hemmt die Aktivität von BACE1 und konnte die Werte von Aβ1-40 und Aβ1-42 im Gehirn, in der Liquorflüssigkeit (Liquor) und im Plasma in mehreren Tiermodellen sowie auch die Liquor- und Plasmabilanz dieser Peptide beim Menschen reduzieren. Außerdem ist Lanabecestat in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, was bedeutet, dass eine ausreichende Menge dieser Substanz nach der oralen Einnahme das Gehirn erreichen kann.

Unter Berücksichtigung dieser Fakten wurden zwei klinische Studien konzipiert, um zu testen, ob die orale Verabreichung von Lanabecestat bei zwei verschiedenen Patientengruppen wirksam ist: Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (die AMARANTH-Studie) und Patienten mit leichter Alzheimer-Demenz (die DAYBREAK-ALZ-Studie). Die Hauptfrage in beiden Studien war: Kann Lanabecestat das Fortschreiten der kognitiven Verschlechterung verlangsamen?

Leider mussten beide Studien früher abgebrochen werden, da in den Gruppen, die Lanabecestat  einnahmen, keine Vorteile gegenüber der Gruppe, die lediglich Placebo bekam, gefunden wurden. Es zeigten sich nur unerwünschte Nebenwirkungen!


Fazit:

In zwei neuen, randomisierten klinischen Studien verlangsamte Lanabecestat (ein starker Aβ-Hemmer) den kognitiven oder funktionellen Rückgang von AD im Vergleich zu Placebo nicht. Eine weitere Hoffnung auf Behandlung ist gescheitert. Es erscheint unwahrscheinlich, dass die derzeitigen BACE-Hemmer eine wirksame krankheitsmodifizierende Behandlung der symptomatischen AD sein werden, aber es sind noch weitere Studien erforderlich, um festzustellen, ob eine Verringerung der Produktion von Aβ in früheren Stadien des Krankheitskontinuums oder in anderen Hochrisikopopulationen einen sinnvollen klinischen Nutzen bringen kann. 

VORBEUGUNG ist immer noch die beste Lösung!

Read More

Diese anschauliche Dokumentation im arte-Kanal zeigt sehr deutlich die Zusammenhänge zwischen einer einseitigen Ernährung, den daraus resultierenden Mikronährstoffmängeln und den Auswirkungen auf das Gehirn. In verschiedensten Experimenten wurde u.a. nachgewiesen, dass Mäuse, die unter einem Mangel an Omega 3-Fettsäuren aufwachsen, Defizite in der Ausbildung ihrer Neuronen haben und deutlich ängstlicher wirken.

Ein besonders krasses Beispiel wurde bei Feldhamstern sichtbar. Hier reicht ein simpler Vitamin B3-Mangel aus, um bei über 80% der Weibchen aggressives Verhalten während der Paarung auszulösen. Im weiteren Verlauf des Experiments fraßen diese Weibchen ihre Jungen direkt nach der Geburt  sogar auf. Nach Behebung des Vitamin B3-Mangels zeigten die Weibchen wieder ihr normales Verhalten, trotz weiterer einseitiger Ernährung (dadurch konnte der Faktor Vitamin B3 als Auslöser eindeutig identifiziert werden).

Beim Menschen konnte in Langzeitbeobachtungen und Studien ähnliches verzeichnet werden. Schon während der Schwangerschaft  entscheidet die Ernährung der Mutter über die Gehirnentwicklung und die emotionale Entwicklung des Fötus und Neugeborenen.

Mütter, die “Junk food” mit wenig Omega 3-Fetten und hohem Zuckergehalt essen, gebären aggressivere Kinder. Wird diese Ernährungsform im Kindesalter fortgeführt, sind aggressives Grundverhalten, Ängste und Aufmerksamkeitsstörungen vorprogrammiert. Bei einem Mangel an Omega 3-Fettsäuren ist die Funktion des Gehirns gestört, die Kommunikation der Neuronen und die Neurogenese ist gehemmt.

Der zweite Kardinalfehler der westlichen Ernährung ist die Überflutung der industriell hergestellten Nahrung mit billigen, raffinierten Zuckern. Versuchsreihen haben gezeigt, dass diese unbemerkte Zuckervergiftung möglicherweise zu einer höheren Abhängigkeit als Kokain führt. Die Folge sind Insulinresistenz, Diabetes und dementielle Erkrankungen.

Natürlich wirkt sich diese Form der einseitigen Ernährung auch auf den Darm bzw. die Mikrobiota (und deren genetische Vielfalt, das Mikrobiom) aus, welche maßgeblichen Einfluß auf die Gesundheit unseres Körpers und der Psyche haben. 

In konkreten Beispielen wird gezeigt, dass die Nährstoffzusammensetzung des Essens eindeutig die Entscheidung von Probanden in Bezug auf die Lösung bestimmter  Probleme in die eine oder andere Richtung beeinflusst. Aber hier soll nicht zu viel verraten werden, sehen Sie selbst:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Fazit:

In Bezug auf die Gehirngesundheit ist also die Ernährung ein wichtiger Baustein der Prävention –  insbesondere auch in Bezug auf demenzielle Erkrankungen. Eine Orientierung an der Mediterranen Diät oder noch besser der MIND-Diät hilft also dabei, dass wir unsere Enkel auch in Zukunft noch erkennen werden und aktiv am Leben teilhaben können. Lassen Sie den “industriellen Mist” einfach im Regal stehen, auch wenn es manchmal schwerfällt.

Read More

Trotz des erheblichen Problems im Gesundheitswesen, die die Erkrankung aufwirft, sind nur fünf medizinische Behandlungen für die Alzheimer-Krankheit (AD) zugelassen, die eher dazu dienen, Symptome zu kontrollieren als den Verlauf der Krankheit zu verändern. Durch das Verständnis der sich überschneidenden Mechanismen der AD-Pathologie ist es möglich, eine Vorstellung von der Komplexität dieses Problems zu bekommen. Die derzeit verfügbaren Behandlungen haben frustrierende Ergebnisse und einige schwere Nebenwirkungen gezeigt, die ein häufiges Problem bei älteren Menschen weiter verschlimmern können: die Polypharmazie – viele Medikamente werden verschrieben, eines zur Heilung der durch das andere verursachten Nebenwirkungen. Während einige potenzielle zukünftige Medikamente getestet werden, die meisten von ihnen zielen direkt auf Amyloid- oder Tau-Protein, ist es klar, dass Prävention derzeit der sicherste und effektivste Weg ist, AD zu bekämpfen.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie auf dieser Seite bei KsD…

Read More
SPENDEN

Unterstützen Sie uns jetzt!