Dass unsere Gesundheit bereits im Darm beginnt, ist schon seit Jahrtausenden bekannt. Heute wissen wir, dass unser Darm mehr als nur ein „Verdauungsrohr“ ist, da dieses wichtige Organ eine Vielzahl weiterer Funktionen erfüllt. So steht eine Störung der Darmgesundheit auch in direktem Zusammenhang mit der Entstehung chronischer Erkrankungen. 

Dabei spielt vor allem die Darmflora, also die mikrobielle Besiedelung der Darmschleimhaut, eine wesentliche Rolle. Die Darmflora wird in der Fachsprache auch als “Darmmikrobiota” bezeichnet. Sie bildet den wichtigsten Teil unseres Immunsystems und bietet uns somit einen effektiven Infektionsschutz. 

Aber was die Wenigsten wissen: eine richtig zusammengesetzte Darmflora ist auch essentiell für unsere Hirn-Gesundheit, da sie über die Darm-Hirn-Achse in direkter Verbindung zu unserem Nervensystem steht. Befindet sich die Darmflora im Ungleichgewicht, kann dies verheerende Folgen für das Nervengewebe haben und im schlimmsten Fall bis hin zur Neurodegeneration und Demenz führen. 

So deuten immer mehr Studien darauf hin, dass die Darmmikrobiota das Gehirn und das Verhalten von Patienten beeinflussen kann. Veränderungen in ihrer Zusammensetzung, die beispielsweise durch Ernährungsumstellungen, Antibiotika-Exposition oder Infektionen verursacht werden, können zum Verlust des physiologischen Gleichgewichts führen, was mit der Entwicklung verschiedener Krankheiten beim Menschen, darunter auch die Alzheimer-Krankheit, in Verbindung gebracht wird. Jüngste Erkenntnisse deuten auf einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Veränderungen in der Zusammensetzung der Darmmikrobiota und entzündlichen Veränderungen im Hirngewebe hin. Demnach können die Mikroorganismen im Darm die Botenstoffe des Nervensystems beeinflussen, was die Kommunikation von Darm zu Gehirn beeinträchtigen und/oder die Gehirnfunktion verändern kann.

Viele Studien an Tiermodellen haben stichhaltige Beweise für die Bedeutung der Mikrobiota in der Pathologie der Alzheimer-Krankheit erbracht. Interessante Ergebnisse wurden beispielsweise mit Mäusen erzielt, die ohne mikrobielle Besiedelung des Darmes aufgezogen wurden und somit keine Darmmikrobiota aufweisen. Diese “keimfreien” Mäuse wiesen im Vergleich zu Mäusen mit normaler Darmflora eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke (BHS) auf. Dies bedeutet wiederum, dass Krankheitserregern und anderen schädlichen Substanzen, vor denen das Gehirn mit intakter BHS normalerweise geschützt ist, nun der Weg ins Gehirngewebe geöffnet ist. Dies kann zu einer entzündlichen Reaktion im Zentralnervensystem, einer sogenannten Neuroinflammation, führen, was direkt mit der Entstehung der Alzheimer-Krankheit in Zusammenhang gebracht wird (siehe Kapitel Ursachen für weitere Informationen).

Solche im Tiermodell erhaltenen Ergebnisse konnten mittlerweile auch in klinischen Studien bestätigt werden:  So wurde die Darmmikrobiota älterer Menschen, die an kognitiven Störungen leiden, untersucht, und es konnte ein Zusammenhang zwischen Plaques-Ablagerungen im Gehirn, dem Auftreten von pro-entzündlichen Darmbakterien und anderen Entzündungsmarkern, gezeigt werden.

Zusammengefasst liefern alle diese Ergebnisse klare Hinweise darauf, dass die Zusammensetzung des Darmmikrobiota bei der Entwicklung der Alzheimer-Krankheit und anderer demenzieller Erkrankungen ein entscheidender Faktor ist. 

Aber die gute Nachricht ist, dass unsere Darmflora ein dynamisch modifizierbares System darstellt, das sehr empfindlich auf Lebensstil und Alterung reagiert. Mit diesem Wissen können wir mit einem gesunden Lebensstil unsere Darmmikrobiota positiv beeinflussen und praktische Empfehlungen vor allem für die Prävention aber auch die Behandlung der Demenz entwickeln.


Sind Sie neugierig geworden, möchten Sie noch mehr zu diesem Thema erfahren und verstehen, was Sie selbst konkret vorbeugend tun können? 

Zugunsten des Projekts Kompetenz statt Demenz (KsD) hat die Akademie für menschliche Medizin (AMM) dazu für Sie ein Faktenblatt über Demenz und Darmgesundheit erarbeitet, das Ihnen einen evidenz-basierten aber gleichzeitig  kompakten Überblick über die geschilderten Zusammenhänge bietet.

Wenn Sie an diesem Faktenblatt interessiert sind, nehmen Sie am besten gleich an der aktuellen Spendenaktion der AMM zugunsten von KsD teil.

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Also nicht vergessen: gesunder Darm, gesundes Gehirn!

Wir danken Ihnen vorab für Ihre Unterstützung!

Ihr

KsD-Team

Quellen:

  1. Vogt NM, Kerby RL, Dill-McFarland KA, et al. Gut microbiome alterations in Alzheimer’s disease. Sci Rep. 2017;7(1):13537.
  2. Harach T, Marungruang N, et al.  Reduction of Abeta amyloid pathology in APPPS1 transgenic mice in the absence of gut microbiota. Sci Rep. 2017 Feb 8;7:41802. 
  3. Kowalski K, Mulak A. Brain-Gut-Microbiota Axis in Alzheimer’s Disease. J Neurogastroenterol Motil. 2019;25(1):48‐60. 
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Der diesjährige Bericht der Lancet-Kommission zur Prävention, Intervention und Pflege von Demenz  beschreibt 12 modifizierbare Risikofaktoren, die zur Prävention von Demenz beitragen könnten. Dieser Bericht enthält einige wichtige Aktualisierungen des vorherigen Dokuments, das im Jahr 2017 veröffentlicht wurde.

Im vorangegangen Bericht von 2017 wurde bereits erwähnt, dass es bestimmte Risikofaktoren für das Auftreten von demenziellen Erkrankungen gibt, und dass das Einwirken auf diese (modifizierbaren) Faktoren dazu beitragen könnte, das Risiko einer Person, an Demenz zu erkranken, zu verringern. Diese Faktoren sind:

  • ein niedrigeres Bildungsniveau
  • Hörverlust
  • Bluthochdruck
  • Fettleibigkeit
  • Rauchen
  • Depression
  • geringe soziale Kontakte
  • körperliche Inaktivität
  • Diabetes

Zu den ursprünglich genannten neun Faktoren hat der neue Bericht die folgenden drei weiteren hinzugefügt:

  • Kopfverletzungen
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • Luftverschmutzung

Kopfverletzungen:

Schädel-Hirn-Traumata werden in der Regel durch Auto-, Motorrad- und Fahrradunfälle, bei (Freizeit-)Sportarten mit intensivem Körperkontakt (z.B. Boxen) bzw. höherem Unfallrisiko (z.B. Reiten) sowie im Zusammenhang mit Schusswaffen oder in militärischen Auseinandersetzungen verursacht, die meisten davon im mittleren Lebensalter. Stürze sind die häufigste Ursache für Hirnverletzungen im späteren Leben.

Übermäßiger Alkoholkonsum:

Starker Alkoholkonsum steht im Zusammenhang mit Gehirnveränderungen, kognitiven Beeinträchtigungen und Demenz, ein seit Jahrhunderten bekanntes Risiko. Der Konsum von mehr als 21 Einheiten Alkohol pro Woche (1 Einheit Alkohol entspricht 10 ml oder 8 g reinem Alkohol) ist mit einem hohen Demenzrisiko verbunden. 

Luftverschmutzung:

Feinstaub und Schadstoffe in der Atemluft  beschleunigen neurodegenerative Prozesse durch zerebrovaskuläre und kardiovaskuläre Erkrankungen, Amyloid-β-Ablagerung und Verarbeitung von Amyloid-Vorläuferproteinen. So sind hohe Stickstoffdioxid (NO2)-Konzentrationen und auch Feinstaub aus Abgasen aus Verbrennungsmotoren und aus der Holzverbrennung in Privathaushalten mit einem erhöhten Auftreten von Demenz verbunden.

Zusammen machen die 12 modifizierbaren Risikofaktoren geschätzt rund 40% der weltweiten Demenzen aus, die theoretisch verhindert oder verzögert werden könnten. 

Es ist deutlich, dass die Risikofaktoren schon früh zur Entwicklung von Demenz beitragen und die Belastung durch sie während des ganzen Lebens anhält. Folglich ist es niemals zu früh oder zu spät, wirksame Maßnahmen einzuleiten, die die negativen Auswirkungen der 12 Risikofaktoren mildern. Sogar Veränderungen bei einem einzelnen Risikofaktor können Demenz-Symptome verzögern oder verhindern, und sollten nach Möglichkeit immer vorgenommen werden.

Was können wir tun?

Präventive Maßnahmen erfordern sowohl politisches als auch individuelles Engagement. Öffentliche Gesundheitsprogramme sind notwenig, um soziale, kognitive und körperliche Aktivitäten zu steigern und die kardiovaskuläre Gesundheit zu verbessern. 

Darüber hinaus sollte das gesamte Lebensmittelsystem (einschließlich Produktion und Marketing) überarbeitet und verändert werden: das Ziel wäre es, den Verzehr von natürlichen und nahrhaften Lebensmitteln anzuregen und den Verzehr von zuckerhaltigen und ultra-verarbeiteten Lebensmitteln zu reduzieren.

Auch sollten öffentliche Gesundheitsprogramme für die Allgemeinbevölkerung (unter besonderer Berücksichtigung von Hochrisikogruppen) angeboten werden, wie beispielsweise:

  • Bluthochdruck- und Diabetes-Behandlung im mittleren Lebensalter
  • Prävention von Kopfverletzungen durch Kampagnen zur Sensibilisierung für den Verkehr und die Verwendung von Sicherheitsausrüstung bei Arbeit und Sport
  • Unterstützung der Raucherentwöhnung
  • Reduzierung der Luftverschmutzung durch die Förderung der Nutzung von Fahrrädern und öffentlichen Verkehrsmittel. 
  • Reduktion der Belastung durch Tabakrauch aus zweiter Hand
  • Förderung der Verwendung von Hörgeräten bei Hörverlust und Verringerung des Risikos eines Hörverlustes durch Schutz vor übermäßiger Lärmbelastung
  • Allen Kindern eine Grund- und Sekundarschulbildung zu ermöglichen
  • Unterstützung der Behandlung und Prävention von Depressionen
  • Begrenzung des Konsums von Alkohol

Auf individueller Ebene sollte ein gesunder Lebensstil angestrebt werden, der eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Betätigung, soziale und intellektuelle Aktivitäten während des ganzen Lebens und den Kontakt mit der Natur einschließt. 

Fazit: An dieser Stelle kann das Projekt ‘Kompetenz statt Demenz’ helfen, indem wir Sie über Bekanntes und Neues zum Thema Demenzprävention und -behandlung auf dem Laufenden halten! Auf unserer Webseite finden Sie immer umfangreichere Informationen zu den oben genannten Themen, die Sie hoffentlich bei der Umsetzung persönlicher Maßnahmen zur Prävention und Genesung unterstützen werden.

Wir unterstützen Sie gerne dabei, ein gesundes Leben zu führen, und ihr persönliches Demenzrisiko zu minimieren. Gleichzeitig bieten wir aber auch Unterstützung an für Ihre Lieben, die bereits an einer Form der Demenz erkrankt sind. Vergessen Sie nicht unseren Newsfeed zu abonnieren! Nicht nur Sie selbst sondern auch Ihre Kinder und Kindeskinder können nur gewinnen!

Photo by Deva Darshan on Unsplash

Reference:

Livingston G, Huntley J, Sommerlad A, et al. Dementia prevention, intervention, and care: 2020 report of the Lancet Commission. Lancet. 2020;396(10248):413-446.

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Eine Studie, die 2018 im American Journal of Medicine veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass eine dauerhafte gesunde Ernährungsweise im mittleren Alter auch noch Jahre später mit einem größeren Volumen des Hippocampus in Verbindung steht , und somit und vor kognitivem Rückgang schützen kann. Der Hippocampus ist eine Struktur im Gehirn, die sich im Temporallappen jeder Hirnhälfte befindet und direkt am Prozess der Gedächtnisbildung beteiligt ist. Das Volumen des Hippocampus kann mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns bestimmt werden. Die Abnahme seines Volumens, was auch als Hippocampus-Atrophie bezeichnet wird, hängt mit kognitiven Beeinträchtigungen zusammen und findet in der klinischen Praxis Einsatz zur Diagnose der Alzheimer-Krankheit.

MRT Gehirn Ernährung

In dieser Studie wurde die Qualität der Ernährung von 459 Teilnehmern, die im Durchschnitt 49 Jahre alt waren, mit Hilfe eines Fragebogens erfasst, den die Probanden jeweils 2 Jahre lang zu Beginn der Studie und 11 Jahre später ausfüllen mussten. Am Ende der Nachuntersuchung, die etwa 13 Jahre nach dem ersten Fragebogen stattfand, unterzog man die Teilnehmer einer Gehirn-MRT zur Untersuchung des Hippocampus. Das Ergebnis war, dass eine langfristig angelegte gesunde Ernährung, die einem höheren Gesamtwert im Alternative Healthy Eating Index entsprach, mit einem größeren Gesamtvolumen des Hippocampus verbunden war. Dieser Zusammenhang war unabhängig von soziodemographischen Faktoren, Rauchgewohnheiten, körperlicher Aktivität, Herzstoffwechsel-Faktoren, kognitiven Beeinträchtigungen und depressiven Symptomen . Außerdem war der Effekt im linken Hippocampus ausgeprägter als im rechten.

Eine gesunde Ernährung, die auf den Empfehlungen des Alternative Healthy Eating Index 2010 basiert, ist reich an Gemüse, Obst, Vollkorngetreide, Nüssen, Hülsenfrüchten, Omega-3-Fettsäuren und mehrfach ungesättigten Fettsäuren und verzichtet weitgehend auf zuckerhaltige Nahrungsmittel, rotes und verarbeitetes Fleisch, Transfettsäuren und natriumreiche Produkte. Sie zeichnet sich auch durch einen geringen Alkoholkonsum aus.

Die Ergebnisse dieser Studie unterstützen die Hypothese, dass die Gesamternährung die Gehirnstrukturen mit einem spezifischen Einfluss auf das Volumen des Hippocampus beeinflussen kann. Weiterhin haben auch andere Forschungsgruppen den Einfluss der Ernährung auf andere Gehirnstrukturen untersucht. Dabei wurde die Qualität der Ernährung anhand eines Bewertungsschemas für die mediterrane Ernährungsform beurteilt, und man stellte fest, dass höhere Werte (=gesündere Ernährung) mit einer größeren Dicke der Gehirnrinde, einer geringeren Belastung und einer besseren erhaltenen Mikrostruktur der weißen Hirnsubstanz verbunden sind. All diese Ergebnisse weisen auf eine verbesserte Aufrechterhaltung der normalen Hirnstruktur und somit deren Schutz bei gesunder Ernährungsweise hin. 

Eine andere frühere Studie, die 2015 in der BMC Medicine veröffentlicht wurde, hat im Umkehrschluss gezeigt, dass eine höhere Zufuhr ungesunder Nahrungsmittel, die normalerweise in der westlichen Ernährung vorkommen, mit einem geringeren Volumen des Hippocampus assoziiert war. Dieser Befund wurde ursprünglich an experimentellen Tiermodellen beobachtet und deutete darauf hin, dass eine energiereiche Ernährung, die reich an gesättigten Fetten und raffiniertem Zucker ist, die neuronale Plastizität und Funktion nachteilig beeinflusst. Tiere, die eine hochenergetische, fett- und zuckerreiche Nahrung erhielten, zeigten geringere Leistungen beim Hippocampus-abhängigen räumlichen Lernen, bei der Objekterkennung, und auch verringerte Konzentrationen einer schützenden körpereigenen Substanz im Hippocampus, dem sog. neurotrophen Faktors (BDNF), und eine Beeinträchtigung der Integrität der Blut-Hirn-Schranke.

Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch: Dieses Essen schadet Ihrem Gehirn!

Wenn man nun berücksichtigt, dass der Hippocampus mit dem langfristigem, deklarativem, episodischem Gedächtnis sowie dem flexiblen Kognitionsnetzwerk assoziiert ist, unterstreichen alle diese Studien die Notwendigkeit, die Ernährungsqualität und das Ernährungsverhalten als mögliche Einflussgrößen auf kognitive Fähigkeiten, auf die psychische Gesundheit und auf das Sozialverhalten zu erkennen.

Schlussfolgerung:

Eine dauerhafte gesunde Ernährungsweise scheint, im Gegensatz zu einer nur kurzfristig angelegten Ernährungsumstellung, der Schlüssel zur Förderung der Gehirngesundheit und zur Prävention von Demenz zu sein.

Daher ist eine routinemäßige Ernährungsberatung im Rahmen eines Arztbesuchs auf der Ebene des Patienten sehr wichtig und sie sollte auch ein hochrangiges Ziel der öffentlichen Gesundheit sein.

Um mehr zu erfahren:
https://kompetenz-statt-demenz.de/praevention-behandlung/ernaehrung/die-mind-diaet/

Akbaraly, T et al. Association of Long-Term Diet Quality with Hippocampal Volume: Longitudinal Cohort Study. The American Journal of Medicine 2018 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30056104

Gu Y, Brickman AM, Stern Y, et al. Mediterranean diet and brain structure in a multiethnic elderly cohort. Neurology 2015;85 (20):1744–1751. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26491085

Mosconi L, Murray J, Tsui WH, et al. Mediterranean diet and magnetic resonance imaging-assessed brain atrophy in cognitively normal individuals at risk for Alzheimer’s disease. J Prev Alzheimers Dis. 2014;1(1):23–32. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25237654

Staubo SC, Aakre JA, Vemuri P, et al. Mediterranean diet, micronutrients and macronutrients, and MRI measures of cortical thickness. Alzheimers Dement. 2017;13(2):168-177. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27461490

Jacka, F.N, Cherbuin, N, Anstey, KJ et al. Western diet is associated with a smaller hippocampus:a longitudinal investigation. BMJ 2015; 13:215 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26349802

Stranahan AM, Norman ED, Lee K, et al. Diet-induced insulin resistance impairs hippocampal synaptic plasticity and cognition in middleaged rats. Hippocampus. 2008;18(11):1085–1088. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18651634

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Die negative Auswirkungen von Transfetten (auch trans-Fettsäuren, TFS) auf unsere Herz-Kreislauf-Gesundheit sind schon seit langer Zeit bekannt, sie zählen zu den ungesundesten Nahrungsbestandteilen überhaupt.

In den letzten Jahren mehren sich die Studien, die einen Zusammenhang mit AD belegen, die Akademie für menschliche Medizin berichtete darüber bereits im Jahre 2015 (https://spitzen-praevention.com/2015/08/14/transfettsaeuren-und-kognitive-schwaechen-da-fehlen-einem-die-worte/). Eine aktuelle Studie aus Japan verfolgte 1.628 gesunde japanische Senioren einen Zeitraum von 10 Jahren. Die Forscher untersuchten in diesem Zusammenhang die TFS Elaidinsäure im Blut als Markersubstanz , was direkte Rückschlüsse über die gesamte TFS-Aufnahme der Studienteilnehmer erlaubt. 377 Teilnehmer entwickelten eine Demenz, davon 247 Alzheimer und 102 eine vaskuläre Demenz. Höhere Serum-Elaidinsäurespiegel waren signifikant mit einem größeren Risiko für die Entwicklung von Alzheimer Demenz, vaskulärer Demenz und einer Gesamtdemenz verbunden. Patienten, deren TFS-Spiegel im Blut im höheren Bereich lagen, entwickelten die Alzheimer-Krankheit mit einer 90% höherer Wahrscheinlichkeit. Diese Zusammenhänge blieben auch nach Bereinigung um ernährungsbedingte Faktoren, einschließlich der Gesamtenergieaufnahme und der Aufnahme gesättigter und mehrfach ungesättigter Fettsäuren, signifikant.

Derzeitige Situation in Deutschland

In der Japan-Studie war die Ursache für die TFS-Belastung der Konsum von süßen Backwaren, Cracker, Eiscreme und Co., aber wie ist die Lage mittlerweile in Deutschland?

TFS können auf verschiedenen Wegen in die Nahrungsmittel gelangen:

  • Bakteriell erzeugt im Pansen von Wiederkäuern (wie z. B. Kühen, Schafen und Ziegen) und gelangen so ins Muskelfleisch und in die Milch. Bei diesen sog. ruminanten TFS wird sogar eine gesundheitsförderliche Wirkung diskutiert.
  • Industriell erzeugt bei Verarbeitung pflanzlicher Öle, der sogenannten Teilhärtung. Diese TSF wurden massenhaft in der industriellen Lebensmittelproduktion eingesetzt.
  • Bei der Hocherhitzung von Brat- und Frittierfetten, wobei die TSF aus dem Frittierfett nahezu vollständig ins Frittiergut übergehen.

Die EU-Kommission hat 2016 einen Gesetzentwurf zur Begrenzung von Transfetten in Lebensmitteln veröffentlicht, wonach ab 2021 die Gehalte von industriellen TSF auf 2% im Gesamtfett begrenzt werden sollen. Nationale Regelungen existieren nur in einzelnen Mitgliedsstaaten (z.B. Dänemark, Finnland) sowie in der Schweiz. Auch die WHO hat mit dem ‚REPLACE‘-Programm, das eine weltweite Eliminierung der TFS auf 1% der Gesamtkalorien bis 2023 vorsieht, eine globale Initiative gestartet.

Die gute Nachricht ist: obwohl es in Deutschland immer noch keine verpflichtende nationale Regelung gibt, werden erfreulicherweise in abgepackten Lebensmitteln so gut wie keine industriellen TFS mehr eingesetzt. Sie sind nahezu vollständig durch Palmöl oder Palmkernöl ersetzt, was zwar zumindest gesundheitlich günstiger ist, doch leider sehr viele Probleme anderer Art mit sich bringt. Problematisch hinsichtlich TFS-Gehalte über 2% im Gesamtfett sind unverpackte, lose verkaufte, aber trotzdem industriell gefertigte Lebensmittel (z.B. Backprodukte und frittierte Lebensmittel), da hier gesetzmäßig kein Zutatenverzeichnis gefordert ist, und vereinzelt immer noch ‚schwarze Schafe’ mit extrem hohen Gehalten an TFS identifiziert werden.

Gefahr der TFS-Bildung durch Radikale im Körper

Biologische Membranen, die in jeder Körperzelle vorkommen, bestehen aus einer Doppelschicht von Phospholipiden. Sie enthalten einen hohen Anteil an Fettsäuren, wobei ihr Gehalt an ungesättigten (nicht-trans) Fettsäuren die Eigenschaften dieser Zellmembranen positiv beeinflusst. Daher geht von der TFS-Entstehung in den Membranen eine bislang unerkannte, aber scheinbar große Gefahr aus: Sobald die Fettsäuren innerhalb der Membranen in die trans-Konfiguration überführt und damit zu TFS umgewandelt werden, kann dies die z.B. die Fluidität der Membran negativ beeinflussen und die Entstehung von chronischen Krankheiten fördern.

Vor einigen Jahren konnte in einer Studie gezeigt werden, dass Ratten, die lebenslang TFS-freie Nahrung bekamen, trans-Isomere von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Öl-, Linol-, Linolen- und Arachidonsäure) in Leber, Nieren, Herz, Fettgewebe und Erythrozyten implementiert hatten. Somit war der Nachweis erbracht, dass TFSs im Organismus gebildet werden können, selbst wenn die Nahrung keinerlei TFS enthält. Folgestudien haben weiterhin gezeigt, dass freie Radikale für die Bildung der TFS im Körper verantwortlich sind. Freie Radikale können im Organismus während essentiellen Stoffwechselprozessen unter physiologischen Bedingungen erzeugt werden, aber auch durch äußere Einflüsse wie Zigarettenrauch, Luftverschmutzung, organische Lösungsmittel oder Bestrahlung entstehen. Aufgrund der hohen chemischen Reaktivität können diese freien Radikale oxidative Schäden an zellulären Makromolekülen verursachen. Darüber Hinaus wurde das vermehrte Auftreten im Körper gebildeter TFSs, insbesondere von trans-Arachidonsäure, aufgrund von akkumulierten Radikal-Stress bei verschiedenen pathologischen Zuständen, wie Entzündungen, Diabetes und Alzheimer, festgestellt.

So wurden in einer Studie mit einem Alzheimer-Tiermodell TFS nur im Gehirn und im Hippocampus von Mäusen, die ein für die Alzheimer-Krankheit-spezifisches Gen trugen, nicht aber in gesunden Tieren gefunden. Diese Tatsache lässt vermuten, dass Stress aufgrund von Amyloid β-vermittelten Radikalen, die sich während der Entstehung der Alzheimer-Erkrankung akkumulierten, eine cis-trans-Isomerisierung von Fettsäuren in Neuronen von Alzheimer-Mäusen verursacht. In einer darauffolgenden Studie konnte weiterhin gezeigt werden, dass die Tiere nach Verabreichung zweier antioxidativer Substanzen über 3 Monate signifikant verringerte Werte von TFS im Gehirn und im Hippocampus hatten. Diese Studien implizieren also, dass die Gabe von antioxidativ-wirksamen Substanzen eine mögliche Strategie zur Verhinderung der körpereigenen Bildung von trans-Fettsäuren während der Entstehung chronischer Krankheiten wie der Alzheimer-Krankheit sein kann. Basierend auf den Ergebnissen aller Interventionsstudien scheint eine Vielzahl von antioxidativen Vitaminen und polyphenolische Pflanzenstoffe, darunter auch Curcumin und Resveratrol, die TFS-Bildung im Körper zu hemmen (Abbildung 1, modifiziert nach Hung et al. 2016).

Hemmung Transfettsäuren
Abbildung 1: Mögliche Hemmung der Bildung von Transfettsäuren in körpereigenen Membranen durch antioxidantienreiche Ernährung

Fazit:
Der Zusammenhang zwischen Alzheimer und Konsum von Transfettsäuren (TFS) wird immer deutlicher, allerdings ist die Belastung der verpackten Lebensmittel mit TFS in Deutschland in den letzten Jahren zurückgegangen. Die Industrie hat somit auf die 2021 in Kraft tretende gesetzliche Regulierung der EU auf maximal 2% des Gesamtfettes reagiert. Denken Sie aber beim Besuch der Imbissbude und der Bäckereikette, dass hier durchaus noch Transfette eine nicht unerhebliche Rolle spielen können.
Allerdings scheint die eigentliche Gefahr der TFS im Körper zu stecken, da sie dort durch freie Radikale entstehen können. Aber auch dagegen können Sie etwas mit gesunder Ernährung tun: Stellen Sie Ihre Versorgung mit antioxidativ wirkenden Mikronährstoffen aus der Nahrung und ggf. über Supplemente sicher, bevor die anderenfalls in Ihrem Körper gebildeten Transfettsäuren Ihre Zellmembranen schädigen und Sie um den Verstand bringen!

Referenzen:

  1. Honda,T et al (2019) Serum elaidic acid concentration and risk of dementia: The Hisayama Study. Neurology, 2019
  2. Informationsblatt der Europäischen Union 2019
  3. Bähr M, Jahreis G, Kuhnt K (2011) Trans fatty acids in foods on the German market and in human tissue. Ernährungsumschau 9
  4. Ghebreyesus T, Frieden TR (2018) REPLACE: a roadmap to make the world trans fat free by 2023. The Lancet 391
  5. Messdaten zu Trans-Fettsäuren aus der amtlichen Überwachung zu insgesamt 2.633 Proben aus den Jahren 2014-2017, Auskunft des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vom 31. März 2017
  6. Kuhnt K, Degen C, Jahreis G (2015) Evaluation of the Impact of Ruminant trans Fatty Acids on Human Health: Important Aspects to Consider. Crit Rev Food Sci Nutr. 56
  7. Hung, WL et al (2016) Endogenous formation of trans fatty acids: Health implications and potential dietary intervention, Journal of Functional Foods 25

Foto von Khairul Onggon von Pexels

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Rotweintrinker sind ja im allgemeinen Gemütsmenschen und dafür bekannt das Leben mit Genuss und Entspannung zu meistern. Das alleine sind schon zwei Schutzfaktoren vor dementiellen Erkrankungen, denn Stress ist Gift für’s Gehirn (aber dazu mehr zu einem späteren Zeitpunkt). Ein insbesondere im Rotwein enthaltener sekundärer  Pflanzenstoff rückt darüber hinaus zunehmend in das Interesse der Forschung und Prävention bei der Alzheimererkrankung: das Resveratrol.

Das Resveratrol entfaltet zahlreiche biologische und pharmakologische  Schutzwirkungen und wurde bereits Mitte der Neunziger Jahre im Zusammenhang mit dem ‚French Paradox‘ bekannt. Dieses steht für die Beobachtung, dass Franzosen trotz ihres vermeintlich ungesünderen Lebensstils, insbesondere wegen des höheren Alkoholkonsums, länger leben als Deutsche und US-Amerikaner, und die Herzinfarkthäufigkeit in Frankreich 3-fach geringer ist als in den USA. In den Folgejahren rückte Resveratrol in den Mittelpunkt der Forschung und zeigte in zahlreichen Testmodellen sowohl in vitro als auch in vivo antientzündliche, antioxidative, krebshemmende, herzschützende und lebensverlängernde Eigenschaften und galt als neues Wundermittel.

Resveratrol und Alzheimer

Erste Hinweise, dass Resveratrol auch für den schützenden Effekt von Rotwein in Alzheimer Patienten verantwortlich sein könnte, zeigten epidemiologische Studien einer französischen Forschergruppe im Jahre 1997. Sie zeigten erstmals eine inverse Korrelation zwischen mäßigem Weinkonsum und des Auftretens von Alzheimer Krankheit: so war in der Gruppe der moderaten Weintrinker (250 – 500 ml pro Tag) das Risiko einer Demenz um Faktor 5 reduziert.

Es zeigte sich, dass Resveratrol seine positiven Effekte nicht nur auf einem einzigen Weg entfaltet, sondern multi-mechanistisch wirkt. Es greift in unterschiedlichen Prozessen begünstigend ein, die allesamt in der Entstehung von Alzheimer eine entscheidende Rolle spielen:

  1. Reduktion der Amyloid-Plaques 
  2. Reduktion der neurofibrillären Verflechtungen 
  3. Regulatorische Rolle in Autophagie-Prozessen 
  4. Anti-Entzündliche Wirkung 
  5. Antioxidative Wirkungen 

Ausführliche Erklärungen zu diesen Themen finden Sie auf der Seite: Resveratrol

Klinische Studien

Aufgrund dieser überzeugenden Ergebnislage wird derzeit in klinischen Studien getestet, wie das therapeutische Potential von Resveratrol an Alzheimer-Patienten ist. Zwei aktuelle Pilot-Studien haben gezeigt, dass Resveratrol auch beim Menschen die Blut-Hirn-Schranke problemlos überwindet und ins Hirngewebe eindringen kann, da es in der Zerebrospinalflüssigkeit nachweisbar war. Resveratrol wurde von allen Probanden gut vertragen und blieb bis zu einer Dosis von 5 Gramm pro Tag nebenwirkungsfrei. Beide Doppel-Blind-Studien zeigen Hinweise für positive Wirkungen von Resveratrol am Menschen. 

Zudem ist Resveratrol bereits Bestandteil des multifaktoriellen Ansatzes des amerikanischen Neurologen Dale Bredesen, der es mit seiner als ‚ReCode’ (Reversal of Cognitive Decline) bezeichneten Therapie geschafft hat, Alzheimer-Verläufe im Anfangsstadium klinisch umzukehren (siehe auch das Interview mit Dr. Bredesen in der Mediathek).

Fazit:
Ob mit Hilfe eines Gläschens Rotwein am Abend oder anderweitig gerne auch alkoholfrei zugeführt – Hauptsache es sind natürliche Quellen – der sekundäre Pflanzenstoff Resveratrol scheint durch vielfältige Wirkungsmechanismen für protektiven Effekte in der Entstehung dementieller Erkrankungen verantwortlich sein. Er könnte damit ein vielversprechender Präventions- und ggf. Therapieansatz im Kampf gegen die Alzheimer Krankheit sein. 

In diesem Sinne: gönnen Sie sich ein Glas Rotwein oder roten Traubensaft am Abend und genießen Sie das Leben. Ihre grauen Zellen werde Ihnen dankbar sein!

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Diese anschauliche Dokumentation im arte-Kanal zeigt sehr deutlich die Zusammenhänge zwischen einer einseitigen Ernährung, den daraus resultierenden Mikronährstoffmängeln und den Auswirkungen auf das Gehirn. In verschiedensten Experimenten wurde u.a. nachgewiesen, dass Mäuse, die unter einem Mangel an Omega 3-Fettsäuren aufwachsen, Defizite in der Ausbildung ihrer Neuronen haben und deutlich ängstlicher wirken.

Ein besonders krasses Beispiel wurde bei Feldhamstern sichtbar. Hier reicht ein simpler Vitamin B3-Mangel aus, um bei über 80% der Weibchen aggressives Verhalten während der Paarung auszulösen. Im weiteren Verlauf des Experiments fraßen diese Weibchen ihre Jungen direkt nach der Geburt  sogar auf. Nach Behebung des Vitamin B3-Mangels zeigten die Weibchen wieder ihr normales Verhalten, trotz weiterer einseitiger Ernährung (dadurch konnte der Faktor Vitamin B3 als Auslöser eindeutig identifiziert werden).

Beim Menschen konnte in Langzeitbeobachtungen und Studien ähnliches verzeichnet werden. Schon während der Schwangerschaft  entscheidet die Ernährung der Mutter über die Gehirnentwicklung und die emotionale Entwicklung des Fötus und Neugeborenen.

Mütter, die “Junk food” mit wenig Omega 3-Fetten und hohem Zuckergehalt essen, gebären aggressivere Kinder. Wird diese Ernährungsform im Kindesalter fortgeführt, sind aggressives Grundverhalten, Ängste und Aufmerksamkeitsstörungen vorprogrammiert. Bei einem Mangel an Omega 3-Fettsäuren ist die Funktion des Gehirns gestört, die Kommunikation der Neuronen und die Neurogenese ist gehemmt.

Der zweite Kardinalfehler der westlichen Ernährung ist die Überflutung der industriell hergestellten Nahrung mit billigen, raffinierten Zuckern. Versuchsreihen haben gezeigt, dass diese unbemerkte Zuckervergiftung möglicherweise zu einer höheren Abhängigkeit als Kokain führt. Die Folge sind Insulinresistenz, Diabetes und dementielle Erkrankungen.

Natürlich wirkt sich diese Form der einseitigen Ernährung auch auf den Darm bzw. die Mikrobiota (und deren genetische Vielfalt, das Mikrobiom) aus, welche maßgeblichen Einfluß auf die Gesundheit unseres Körpers und der Psyche haben. 

In konkreten Beispielen wird gezeigt, dass die Nährstoffzusammensetzung des Essens eindeutig die Entscheidung von Probanden in Bezug auf die Lösung bestimmter  Probleme in die eine oder andere Richtung beeinflusst. Aber hier soll nicht zu viel verraten werden, sehen Sie selbst:

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Fazit:

In Bezug auf die Gehirngesundheit ist also die Ernährung ein wichtiger Baustein der Prävention –  insbesondere auch in Bezug auf demenzielle Erkrankungen. Eine Orientierung an der Mediterranen Diät oder noch besser der MIND-Diät hilft also dabei, dass wir unsere Enkel auch in Zukunft noch erkennen werden und aktiv am Leben teilhaben können. Lassen Sie den “industriellen Mist” einfach im Regal stehen, auch wenn es manchmal schwerfällt.

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Curcumin ist ein gelbes Pigment, das in der Gelbwurz oder Kurkuma (Curcuma longa) enthalten ist. Die Vorteile von Curcumin in verschiedenen Organsystemen wurden in der Vergangenheit ausführlich dokumentiert und zwar bei mehreren neurologischen Erkrankungen und Krebs. Curcumin erhielt seine weltweite Anerkennung wegen seiner starken antioxidativen, entzündungshemmenden, krebshemmenden und antimikrobiellen Aktivitäten. Curcumin wurde bisher erfolgreich bei Diabetes und Arthritis sowie bei Leber-, Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. In letzter Zeit nimmt die Aufmerksamkeit auf die Verwendung von Curcumin zur Vorbeugung oder Verzögerung des Auftretens neurodegenerativer Erkrankungen zu. Eine kürzlich veröffentlichte Übersichtsstudie (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31185140) fasste den Einsatz von Curcumin bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen einschließlich der Alzheimer-Erkrankung zusammen. Jüngste Fortschritte bei der Curcumin-Rezepturen und die Strategien zur Überwindung der geringen Bioverfügbarkeit werden ebenso diskutiert wie die Toxizität und laufende klinische Studien.

Fazit:

Es gibt gute Hinweise darauf, dass der Kurkumakonsum verschiedene potenzielle gesundheitliche Vorteile nicht nur für ältere Menschen hat. Neben seiner Rolle bei der Behandlung und Prävention wirkt Curcumin bei AD-Therapien als Antioxidans, Entzündungshemmer, Inhibitor der Aβ Aggregation und Chelator von Metallionen. Diese Effekte sind, unabhängig von den Ergebnissen klinischer Studien, sind ein guter Grund, Curcuminoide und Kurkuma in unsere regelmäßige Ernährung  – z.B. in Form kräftiger Curry’s – mit aufzunehmen.

Weitere Informationen über die Wirkung von Curcumin bei Alzheimer finden Sie unter Kurkumin und Alzheimer Demenz…

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