Rotweintrinker sind ja im allgemeinen Gemütsmenschen und dafür bekannt das Leben mit Genuss und Entspannung zu meistern. Das alleine sind schon zwei Schutzfaktoren vor dementiellen Erkrankungen, denn Stress ist Gift für’s Gehirn (aber dazu mehr zu einem späteren Zeitpunkt). Ein insbesondere im Rotwein enthaltener sekundärer  Pflanzenstoff rückt darüber hinaus zunehmend in das Interesse der Forschung und Prävention bei der Alzheimererkrankung: das Resveratrol.

Das Resveratrol entfaltet zahlreiche biologische und pharmakologische  Schutzwirkungen und wurde bereits Mitte der Neunziger Jahre im Zusammenhang mit dem ‚French Paradox‘ bekannt. Dieses steht für die Beobachtung, dass Franzosen trotz ihres vermeintlich ungesünderen Lebensstils, insbesondere wegen des höheren Alkoholkonsums, länger leben als Deutsche und US-Amerikaner, und die Herzinfarkthäufigkeit in Frankreich 3-fach geringer ist als in den USA. In den Folgejahren rückte Resveratrol in den Mittelpunkt der Forschung und zeigte in zahlreichen Testmodellen sowohl in vitro als auch in vivo antientzündliche, antioxidative, krebshemmende, herzschützende und lebensverlängernde Eigenschaften und galt als neues Wundermittel.

Resveratrol und Alzheimer

Erste Hinweise, dass Resveratrol auch für den schützenden Effekt von Rotwein in Alzheimer Patienten verantwortlich sein könnte, zeigten epidemiologische Studien einer französischen Forschergruppe im Jahre 1997. Sie zeigten erstmals eine inverse Korrelation zwischen mäßigem Weinkonsum und des Auftretens von Alzheimer Krankheit: so war in der Gruppe der moderaten Weintrinker (250 – 500 ml pro Tag) das Risiko einer Demenz um Faktor 5 reduziert.

Es zeigte sich, dass Resveratrol seine positiven Effekte nicht nur auf einem einzigen Weg entfaltet, sondern multi-mechanistisch wirkt. Es greift in unterschiedlichen Prozessen begünstigend ein, die allesamt in der Entstehung von Alzheimer eine entscheidende Rolle spielen:

  1. Reduktion der Amyloid-Plaques 
  2. Reduktion der neurofibrillären Verflechtungen 
  3. Regulatorische Rolle in Autophagie-Prozessen 
  4. Anti-Entzündliche Wirkung 
  5. Antioxidative Wirkungen 

Ausführliche Erklärungen zu diesen Themen finden Sie auf der Seite: Resveratrol

Klinische Studien

Aufgrund dieser überzeugenden Ergebnislage wird derzeit in klinischen Studien getestet, wie das therapeutische Potential von Resveratrol an Alzheimer-Patienten ist. Zwei aktuelle Pilot-Studien haben gezeigt, dass Resveratrol auch beim Menschen die Blut-Hirn-Schranke problemlos überwindet und ins Hirngewebe eindringen kann, da es in der Zerebrospinalflüssigkeit nachweisbar war. Resveratrol wurde von allen Probanden gut vertragen und blieb bis zu einer Dosis von 5 Gramm pro Tag nebenwirkungsfrei. Beide Doppel-Blind-Studien zeigen Hinweise für positive Wirkungen von Resveratrol am Menschen. 

Zudem ist Resveratrol bereits Bestandteil des multifaktoriellen Ansatzes des amerikanischen Neurologen Dale Bredesen, der es mit seiner als ‚ReCode’ (Reversal of Cognitive Decline) bezeichneten Therapie geschafft hat, Alzheimer-Verläufe im Anfangsstadium klinisch umzukehren (siehe auch das Interview mit Dr. Bredesen in der Mediathek).

Fazit:
Ob mit Hilfe eines Gläschens Rotwein am Abend oder anderweitig gerne auch alkoholfrei zugeführt – Hauptsache es sind natürliche Quellen – der sekundäre Pflanzenstoff Resveratrol scheint durch vielfältige Wirkungsmechanismen für protektiven Effekte in der Entstehung dementieller Erkrankungen verantwortlich sein. Er könnte damit ein vielversprechender Präventions- und ggf. Therapieansatz im Kampf gegen die Alzheimer Krankheit sein. 

In diesem Sinne: gönnen Sie sich ein Glas Rotwein oder roten Traubensaft am Abend und genießen Sie das Leben. Ihre grauen Zellen werde Ihnen dankbar sein!

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Diese anschauliche Dokumentation im arte-Kanal zeigt sehr deutlich die Zusammenhänge zwischen einer einseitigen Ernährung, den daraus resultierenden Mikronährstoffmängeln und den Auswirkungen auf das Gehirn. In verschiedensten Experimenten wurde u.a. nachgewiesen, dass Mäuse, die unter einem Mangel an Omega 3-Fettsäuren aufwachsen, Defizite in der Ausbildung ihrer Neuronen haben und deutlich ängstlicher wirken.

Ein besonders krasses Beispiel wurde bei Feldhamstern sichtbar. Hier reicht ein simpler Vitamin B3-Mangel aus, um bei über 80% der Weibchen aggressives Verhalten während der Paarung auszulösen. Im weiteren Verlauf des Experiments fraßen diese Weibchen ihre Jungen direkt nach der Geburt  sogar auf. Nach Behebung des Vitamin B3-Mangels zeigten die Weibchen wieder ihr normales Verhalten, trotz weiterer einseitiger Ernährung (dadurch konnte der Faktor Vitamin B3 als Auslöser eindeutig identifiziert werden).

Beim Menschen konnte in Langzeitbeobachtungen und Studien ähnliches verzeichnet werden. Schon während der Schwangerschaft  entscheidet die Ernährung der Mutter über die Gehirnentwicklung und die emotionale Entwicklung des Fötus und Neugeborenen.

Mütter, die “Junk food” mit wenig Omega 3-Fetten und hohem Zuckergehalt essen, gebären aggressivere Kinder. Wird diese Ernährungsform im Kindesalter fortgeführt, sind aggressives Grundverhalten, Ängste und Aufmerksamkeitsstörungen vorprogrammiert. Bei einem Mangel an Omega 3-Fettsäuren ist die Funktion des Gehirns gestört, die Kommunikation der Neuronen und die Neurogenese ist gehemmt.

Der zweite Kardinalfehler der westlichen Ernährung ist die Überflutung der industriell hergestellten Nahrung mit billigen, raffinierten Zuckern. Versuchsreihen haben gezeigt, dass diese unbemerkte Zuckervergiftung möglicherweise zu einer höheren Abhängigkeit als Kokain führt. Die Folge sind Insulinresistenz, Diabetes und dementielle Erkrankungen.

Natürlich wirkt sich diese Form der einseitigen Ernährung auch auf den Darm bzw. die Mikrobiota (und deren genetische Vielfalt, das Mikrobiom) aus, welche maßgeblichen Einfluß auf die Gesundheit unseres Körpers und der Psyche haben. 

In konkreten Beispielen wird gezeigt, dass die Nährstoffzusammensetzung des Essens eindeutig die Entscheidung von Probanden in Bezug auf die Lösung bestimmter  Probleme in die eine oder andere Richtung beeinflusst. Aber hier soll nicht zu viel verraten werden, sehen Sie selbst:

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Fazit:

In Bezug auf die Gehirngesundheit ist also die Ernährung ein wichtiger Baustein der Prävention –  insbesondere auch in Bezug auf demenzielle Erkrankungen. Eine Orientierung an der Mediterranen Diät oder noch besser der MIND-Diät hilft also dabei, dass wir unsere Enkel auch in Zukunft noch erkennen werden und aktiv am Leben teilhaben können. Lassen Sie den “industriellen Mist” einfach im Regal stehen, auch wenn es manchmal schwerfällt.

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Curcumin ist ein gelbes Pigment, das in der Gelbwurz oder Kurkuma (Curcuma longa) enthalten ist. Die Vorteile von Curcumin in verschiedenen Organsystemen wurden in der Vergangenheit ausführlich dokumentiert und zwar bei mehreren neurologischen Erkrankungen und Krebs. Curcumin erhielt seine weltweite Anerkennung wegen seiner starken antioxidativen, entzündungshemmenden, krebshemmenden und antimikrobiellen Aktivitäten. Curcumin wurde bisher erfolgreich bei Diabetes und Arthritis sowie bei Leber-, Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. In letzter Zeit nimmt die Aufmerksamkeit auf die Verwendung von Curcumin zur Vorbeugung oder Verzögerung des Auftretens neurodegenerativer Erkrankungen zu. Eine kürzlich veröffentlichte Übersichtsstudie (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31185140) fasste den Einsatz von Curcumin bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen einschließlich der Alzheimer-Erkrankung zusammen. Jüngste Fortschritte bei der Curcumin-Rezepturen und die Strategien zur Überwindung der geringen Bioverfügbarkeit werden ebenso diskutiert wie die Toxizität und laufende klinische Studien.

Fazit:

Es gibt gute Hinweise darauf, dass der Kurkumakonsum verschiedene potenzielle gesundheitliche Vorteile nicht nur für ältere Menschen hat. Neben seiner Rolle bei der Behandlung und Prävention wirkt Curcumin bei AD-Therapien als Antioxidans, Entzündungshemmer, Inhibitor der Aβ Aggregation und Chelator von Metallionen. Diese Effekte sind, unabhängig von den Ergebnissen klinischer Studien, sind ein guter Grund, Curcuminoide und Kurkuma in unsere regelmäßige Ernährung  – z.B. in Form kräftiger Curry’s – mit aufzunehmen.

Weitere Informationen über die Wirkung von Curcumin bei Alzheimer finden Sie unter Kurkumin und Alzheimer Demenz…

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