Der Darm – mehr als nur ein „Verdauungsrohr“

„Gesundheit beginnt im Darm!“ – diese Erkenntnis wird bereits in den 4000 Jahre alten Schriften der ayurvedischen Medizin beschrieben. Der Darm ist das Zentrum des Wohlbefindens. Eine gestörte Verdauungskraft gilt als wesentliche Ursache für chronische Erkrankungen.

Es ist allseits bekannt, dass der Darm als Verdauungsorgan Essen und Trinken in lebenswichtige Nährstoffe verwandelt, den Körper mit Energie versorgt und Nahrungsreste sowie unerwünschte Stoffe ausscheidet. Doch das ist längst nicht alles. Mit einer Gesamtoberfläche von ca. 400-600 m2 bildet die Darmschleimhaut die größte Grenzfläche zwischen Organismus und Außenwelt. Nirgendwo sonst im Körper findet ein intensiverer Kontakt mit Fremdstoffen statt als im Darm. Das „dunkle, warme Gebräu“ aus Nahrungsbrei und Schleim enthält neben gesunden Nährstoffen auch gefährliche Keime. Die Darmschleimhaut steht demzufolge in ständigem Kontakt mit potenziellen Schadstoffen.

Darm-Hirn-Achse (c) DSGIP 2013

Daraus folgt eine lebenswichtige Doppelfunktion des Darms:

Er muss für Nährstoffe durchlässig sein, aber gleichzeitig das Eindringen von Bakterien, Pollen, Nahrungsmittel- Allergenen, Pilzen, Viren und anderen Fremdstoffen verhindern. Hier wird deutlich, wie wichtig eine intakte Darmschleimhaut für die Gesundheit des gesamten Körpers. Ist die Schutzfunktion der Schleimhaut gestört, so wird der Organismus und insbesondere sein Immunsystem mit großen Erregermengen und Schadstoffen überfordert, es kommt zum sogenannten „Leaky-Gut-Syndrom”.

Weiterhin ist unser Darm besiedelt von einer unglaublichen Zahl an Bakterien, die in einer Art Symbiose mit uns leben und wichtige Funktionen bei der Verdauung und der Herstellung von Vitaminen leisten. Dieses “Mikrobiom” sollte aber die richtige Zusammensetzung von  Bakterien haben. Es gibt günstige und ungünstige Bakterienzusammensetzungen und auch diese Kombination entscheidet mit über unsere Gesundheit.

In den letzten Jahren tritt der Zusammenhang zwischen Gehirn und Darm immer mehr in den Fokus der Wissenschaft. Zusammenhänge zwischen Erkrankungen des Gehirns (Depression, Parkinson, Demenz, Autismus) und dem Darm werden diskutiert und immer intensiver untersucht. Nicht zuletzt spricht man sogar von unserem Bauchgehirn. Darm und Gehirn stehen über neuronale Netze in ständiger Verbindung, Informationen werden ausgetauscht und eine Therapie des Darmes sollte immer Bestandteil einer ganzheitlichen Therapie sein. Der Begriff Brainfood bekommt eine wachsende Bedeutung, denn es kann somit nicht gleichgültig sein, wie wir uns ernähren. Viele Vitalstoffe, unverarbeitete, naturbelassene Nahrungsmittel sind die Basis der Darmgesundheit und können somit auch für eine Linderung der stetig zunehmenden Darmprobleme sorgen (Reizdarmsyndrom und Verdauungsprobleme aller Art).

Ist die Darmbarriere nicht intakt (Leaky Gut) so hat dies auch eine Beeinträchtigung der Blut-Hirn-Schranke zur Folge. Die Blut-Hirn-Schranke soll unser Gehirn eigentlich vor dem Eindringen von Bakterien schützen, doch auch sie kann, wie die Darmbarriere auch, durchlässiger werden. Dann lassen sich Bakterien im Gehirn nachweisen, die dort eigentlich nicht zu erwarten sind.

Der Darm muss:

  • Nahrung zerkleinern und durch Enzyme spalten
  • Nährstoffe aufnehmen können
  • ungewollte Bestandteile der Nahrung abhalten und ausscheiden
  • Immunfunktion ausüben
  • Kommunikation mit dem Gehirn betreiben
  • Unser Mikrobiom beherbergen und möglichst gut ernähren
  • Den Körper vor ungünstigen Bakterien schützen

 

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