Bedeutung des Hippocampus

Für unsere Lern- und Erinnerungsfähigkeit ist vor allem der Hippocampus verantwortlich. Er sitzt tief im inneren unseres Gehirns und ist die Schaltstelle, die entscheidet, ob Erfahrungen oder Gelerntes abgespeichert werden. Man nennt dieses Areal auch ´Tor zur Erinnerung´. Das faszinierende ist, dass im Hippocampus neue Nervenzellen gebildet werden, als einzige Region des Gehirns ist dies hier möglich. Leider überleben nicht alle dieser jungen Nervenzellen, sie brauchen viel Unterstützung in den frühen Phasen, damit sie die Chance haben nach Wochen oder Monaten vollwertige und funktionsfähige Nervenzellen zu werden. Die Zellen, die den Neuronen bei ihrem Überleben helfen und sozusagen das Pflege- und Versorgungspersonal sind, nennen sich Gliazellen. Gliazellen sorgen für eine passende Ernährung und reinigen sozusagen die Umgebung der Nervenzellen. Aber Gliazellen müssen ihrerseits wiederum eine gesunde Umgebung haben und können nur dann perfekte “Fürsorgearbeit” für die nervenzellen leisten, wenn auch sie gute Bedingungen erfahren. Deshalb ist auch vor allem gesunder Schlaf (siehe Schlaf) und eine gesunde, nährstoffreiche Ernährung (siehe Ernährung) von immens großer Bedeutung, damit diese besondere Gehirnregion regenerieren kann. (“Der Hippocampus verfügt sozusagen über ein Selbstheilungsprogramm, das wir aktivieren müssen beziehungsweise durch unsere Lebensweise nicht behindern sollten.”- Praxis Dr. Karner).

Doch natürlich ist es die Gesamtheit der positiven Reize, die Nervenzellen entstehen und wachsen lässt: ausreichend Bewegung, Lebenssinn, soziale Kontakte  und Achtsamkeit (Vermeidung von Dauerstress-link).

Aber andersherum kann der Hippocampus durch ungünstigen Lebensstil sogar schrumpfen: Dauerstress, Angst, Depression, Übergewicht und unbehandelter Diabetes und sogar Bewegungsmangel und Ernährung mit Fertigprodukten und wenigen Nährstoffen. Jede dieser negativen Risikofaktoren ist assoziiert mit einem kleineren Hippocampus und mit einer erhöhten Gefahr für Alzheimer. Ein größerer Hippocampus mit gut versorgten Nervenzellen kann uns also vor der Alzheimer-Demenz schützen und kann helfen dafür zu sorgen, dass wir auch in höherem Lebensalter noch geistig fit sind. Vorsorge ist auch hier ein essentieller Faktor!

Quelle: Blausen.com staff (2014). „Medical gallery of Blausen Medical 2014“ ( CC BY 3.0)

Der Hippocampus, die durch eine Demenz bzw. durch Alzheimer als erstes geschädigt wird, meist zusammen mit Regionen in der Hirnrinde. Dadurch ist natürlich auch die Erneuerung von Nervenzellen beeinträchtigt. Solange nur der Hippocampus betroffen ist, kann die Hoffnung bestehen, eine Selbstheilung noch zu initiieren, sobald aber andere Hirnregionen betroffen sind, wird das nicht mehr in der Form möglich sein und es lässt sich nur noch auf ein Aufhalten der Demenz hoffen. Das bedeutet natürlich, dass es enorm wichtig ist, die Diagnose so früh wie möglich zu stellen, um die Schädigungen aufzuhalten oder im besten Falle umzukehren.


Referenzen

Fotuhi, M., Do, D. and Jack, C. (2012) ‘Modifiable factors that alter the size of the hippocampus with ageing’, Nature Reviews Neurology. Nature Publishing Group, 8(4), pp. 189–202. doi: 10.1038/nrneurol.2012.27.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22410582

Varma, V. R. et al. (2015) ‘Low-intensity daily walking activity is associated with hippocampal volume in older adults’, Hippocampus, 25(5), pp. 605–615. doi: 10.1002/hipo.22397.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4425252/

Raji, C. A. et al. (2014) ‘Regular Fish Consumption and Age-Related Brain Gray Matter Loss’, American Journal of Preventive Medicine, 47(4), pp. 444–451. doi: 10.1016/j.amepre.2014.05.037.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25084680

SPENDEN

Unterstützen Sie uns jetzt!