Fette und Fettsäuren

Fette sind wichtige Bausteine im Körper und haben eine Reihe von wichtigen Aufgaben (siehe Auflistung). Abgesehen von den industriell hergestellten Transfettsäuren (link innerhalb der Seite herstellen) haben alle Fettsäuren eine bestimmte Funktion im menschlichen Körper. Es gibt grundsätzlich keine „schlechten“ oder „guten“ Fettsäuren. Dennoch kann ein großes Ungleichgewicht innerhalb der Fettsäure-Gruppen signifikante gesundheitliche Probleme hervorrufen. Dieses Ungleichgewicht besteht heute insbesondere im Verhältnis zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren und innerhalb der mehrfach ungesättigten Fettsäuren zwischen den sogenannten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Letztere kann der Mensch nicht selbst herstellen und sie werden als essentielle Fettsäuren bezeichnet.

Aufgaben von Fetten

  • Bestandteile der Zellmembran
  • Hauptbestandteil der Nerven-Ummantelung (Myelinhülle)
  • Energielieferant und Energiespeicher
  • Regulierung von Wärme sowie Isolation
  • Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen
  • Verlängerung des Sättigungsgefühls
  • Ausgangspunkt für Hormone
  • Konversion von β-Carotin aus der Nahrung in Vitamin A
  • Mineralstoffaufnahme im Darm
  • Effektive Aufnahme von Calcium ins Skelett und v. a.

Omega 3 Fettsäuren

Das Altern des Gehirns ist Ausdruck eines Omega-3 Fettsäuremangels, im Umkehrschluss sind niedrige Spiegel der Omega-3 Fettsäure ein Risikofaktor für das Entstehen kognitiver Einschränkungen. Diese betreffen u.a. das Erinnerungsvermögen, die Reaktionszeit und Informationsverarbeitung.

Mehr zu diesem Thema unter im Kapitel Omega 3/6 Fettsäuren!


Ketonkörper und MCTs, die alternative Energiequelle

Wie schon auf der Seite Zucker & Kohlenhydrate beschrieben, ist das Gehirn der energetische Großverbraucher im menschlichen Körper (ca. 25% des Gesamtenergieverbrauchs). Besonders einfach kann diese Energie über den Blutzucker (Glukose) bereitgestellt werden. Ein großes Problem in der heutigen westlichen Ernährungsweise ist die Überflutung des Körpers mit Zucker. Allerdings ist die Versorgung mit Zucker nicht essentiell. Energie kann auch über Stoffwechselvorgänge in der Leber in Form von Ketonkörpern bereitgestellt werden.

Ketokörper oder auch Ketonkörper ist die Sammelbezeichnung für drei Verbindungen, die vor allem im Hungerstoffwechsel (Fasten, Reduktionsdiät oder kohlenhydratarme Ernährung) in der Leber gebildet werden und unter Umständen zu einer physiologischen Ketose führen (nicht zu verwechseln mit einer lebensbedrohlichen Ketoazidose z.B. im Zusammenhang mit einem Diabetes mellitus und Insulinmangel). Unter Ketokörpern fasst man Acetoacetat (auch Acetacetat genannt), Aceton und β-Hydroxybutyrat bzw. 3-Hydroxybutyrat zusammen. Letztere Verbindung ist die Bedeutendste der drei. Die im Hungerstoffwechsel in der Leber gebildeten Ketonkörper stellen aber lediglich eine alternative Transportform der Energie dar. Nach Aufnahme durch die Zelle (ZNS und Muskelgewebe) werden die Ketonkörper über Enzyme in Acetyl-CoA und den Citratzyklus wieder in den Zellbrennstoff ATP umgewandelt. Dies ist der Grund dafür, dass der Mensch auch bei stark reduzierter Kohlenhydratzufuhr über die Fettumwandlung in der Leber überleben kann und erklärt die heilsame und entschlackende Wirkung des Fastens. Ketogene Ernährung bezeichnet also eine streng kohlenhydratarme Ernährungsform, die gleichzeitig reich an Fetten und Proteinen ist.

MCTs und Kokosöl

Ketonkörper können aber auch direkt über die Nahrungsaufnahme gebildet werden, ohne den Umweg über den Hungerstoffwechsel gehen zu müssen. Eine Möglichkeit dafür bietet die Ernährung mit sogenannten MCTs (MediumChainTriglycerides). Anstatt den mühevollen und langwierigen Weg über die Lymphflüssigkeit zu nehmen, werden MCTs dank ihrer kompakten Größe von unserem Körper direkt vom Verdauungstrakt (Darm) über das Blut zur Leber befördert und zu energetischen Zwecken verstoffwechselt. Damit sind MCTs schnelle, den Stoffwechsel ankurbelnde Energieträger, die entweder unmittelbar zur Deckung des Energiebedarfs – etwa in der Skelettmuskulatur – verbrannt oder zur Produktion von Ketonkörper verwendet werden. Als Quellen dienen z.B. Kokosöl und sogenannte MCT-Öle.

Wie weiter oben erwähnt, können die über die Verstoffwechselung der MCTs in der Leber hergestellten Ketokörper das Gehirn mit Energie versorgen, ohne dass dafür Insulin erforderlich ist. Sie stellen also einen Ersatzbrennstoff dar, der gerade bei neurodegenerativen Erkrankungen, die eng mit einer Insulinresistenz der Zellen zusammenhängen, zu einer deutlichen Verbesserung der Gehirnleistung und Rückbildung der Symptome führen kann. Ein herausragendes Beispiel dafür ist die Alzheimer Demenz.

 

 

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